Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel von der SPD. / Foto: OPSNetzwerk ist lizenziert unter CC BY-ND 2.0

Wirkungsvoller Protest: Düsseldorfs OB beschließt Löschung von Farid-Bang-Video

Düsseldorf/Bremen (fs) -Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel von der SPD beugt sich nach eigener Aussage dem Willen der Ratsfraktion. Dieses teilte Geisel heute auf Facebook mit. Das Video der Stadt Düsseldorf mit dem umstrittenen Rapper Farid Bang wurde von allen Social-Media-Kanälen der Stadt Düsseldorf gelöscht. Doch der Oberbürgermeister betonte auch, dass er bei aller Kritik an Farid Bang keinen Anlass für eine Entschuldigung sehe. Im September will Geisel sein Amt bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen verteidigen.

Der Sozialdemokrat Geisel hatte am vergangenen Mittwoch einen Videoclip mit Farid Bang veröffentlichen lassen. Darin ermahnt der Rapper feiernde junge Menschen zum Respekt vor den Corona-Regeln.

Der Düsseldorfer Farid Bang steht stets wegen frauenfeindlicher, gewaltverherrlichenden und antisemitischen Texten in der Kritik. Das nun in der letzten Woche veröffentlichte Video sollte vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund ansprechen, wurde jedoch schnell quer durch alle Parteien und der jüdischen Gemeinde sowie der nordrhein-westfälischen Antisemitismus-Beauftragten kritisiert.

Wenn Geisel ausführt, dass es in der Stadtgesellschaft von Düsseldorf einen breiten Konsens darüber gebe, dass sich die Probleme in der Altstadt und am Rheinufer nicht alleine durch polizeiliche Mittel lösen ließen, ist dieses sicherlich richtig und die Einsicht auch löblich. Jedoch bemängelt er, dass es bislang keine überzeugenden Vorschläge gebe. Somit will Geisel seine Idee zum Video ebenfalls löblich erwähnt sehen, schiebt jedoch im selben Atemzug hinterher, dass auch er die Texte von Farid Bang teilweise widerwärtig finde, allerdings habe der Rapper doch großzügige Spenden von Schutzmasken an zahlreiche karitative und städtische Einrichtungen geleistet.

Auch an die jüdische Gemeinde? Wohl kaum. Bereits zu Zeiten des NS-Regimes gab es doch auch die “guten Braunhemden”. Doch waren sie weniger Täter als die anderen? Ist nun ein Antisemit kein Antisemit mehr, nur weil er etwas spendet oder gutes tut? Muss ein Jude sich künftig von einen Rapper beleidigen lassen, nur weil dieser zum Respekt vor den Corona-Regeln aufruft? Wohl kaum. Dieses mag einzig und alleine die verdrehte Ansicht eines Sozialdemokraten sein, jedoch nicht die der Gesellschaft. Gott sei Dank!

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