Wolfgang Kubicki (FDP) biedert sich der AfD an

Man konnte sich durchaus verwundert zeigen über die letzten Aussagen vom FDP-Guru Wolfgang Kubicki. Er bieder sich an die AfD an.

Der FDP-Vize-Vorsitzende Kubicki nimmt in einem Interview mit der FAZ in der letzten Sonntags-Ausgabe die AfD vor den Vorwürfen der CDU ausdrücklich in Schutz. Dabei stellte Wolgang Kubicki eine elementare Frage, die seine Thesen stützen soll.

Ist es “erlaubter”, Andersdenkende anzugreifen, weil es angeblich der guten Sache dient? Wollen wir als Demokraten in unserem Rechtsstaat akzeptieren, dass linke Gewalt eher toleriert wird als rechte?

Wolfgang Kubicki

Trotzdem sollte Kubicki bedenken, dass die Gleichsetzung der linken und rechten Gewalt eine gefährliche Relativierung ist. Beides ist nicht gut zu heißen, keine Frage. Jedoch muss man auch erkennen, dass derzeit die linken Extremisten eher auf die rechtsextremistische Gewalt reagieren und sich teilweise genauso planlos zeigen, wie es auch die demokratischen Kräfte in unserem Land tun.

Wenn Wolfgang Kubicki weiterhin es als neues Wissen verkaufen will, dass der Terror der RAF der Geschichte angehört und Walter Lübcke teil unserer Gegenwart sein, so ist es richtig, aber nichts aussagend. Ja, der Mord an Walter Lübcke gehört zu unserer neueren Geschichte, aber noch wichtiger ist, dass diese Wahnsinnstat, dass Stephan Ernst, unsere Republik verändert hat. Und das nachhaltig.

Will der FDP-Mann nun die rechte Gewalt herunterspielen? Das wird er nicht können und dafür ist Kubicki auch zu sehr Real-Politiker. Aber was will er dann mit seinen Aussagen ausdrücken? Ist es wirklich ein anbiedern an die AfD? Eine Vorbereitung für eine mögliche Koalition mit der rechtsextremistischen AfD? Wolfgang Kubicki ist ein Politiker, der für manche Überraschung gut sein kann. Aber so? Nun ja, es gab auch mal eine Möllemann, der aus der FDP eine bessere FPÖ formen wollte.

Es gilt nun abzuwarten, welche Strömungen die FDP künftig aufnehmen will. Als eigenständig denkende Partei erscheinen die Liberalen schon lange nicht mehr und bereits bei der Europawahl musste man hier und da schon zweimal lesen, ob man nun eine Aussage der FDP oder der AfD vor sich hatte.

Frank Schurgast

Bild: 9EkieraM1, Wolfgang Kubicki mit Ehefrau Annette Marberth-Kubicki, CC BY-SA 3.0

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