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Xavier Naidoo: Ist er nun Antisemit oder nicht?

Nürnberg/Ganderkesee (fs) – Xavier Naidoo ist durchaus ein bestechend guter Soulsänger. Man unterstellte ihm Homophobie, man unterstellte ihm Rassismus und die Nähe zu Reichsbürgern. Aber als eine Referentin der Amadeu-Antonio-Stiftung ihn einen Antisemiten nannte, da reichte es Naidoo und er zog vor Gericht.

Dort wehrt er sich nach wie vor weiter gerichtlich gegen Antisemitismus-Vorwürfe. Gestern nun beschäftigte sich das Oberlandesgericht in Nürnberg mit der entsprechenden Klage des Soul-Sängers. Laut einem Gerichtssprecher ist nicht vor Oktober mit einer Entscheidung zu rechnen.

Zum letzten, aktuellen, Urteil aus 2018 schrieb die “Jüdische Allgemeine”:

Man dürfe Xavier Naidoo nicht mehr als Antisemiten bezeichnen, heißt es in dem Urteil des Landgerichts Regensburg. Denn von umstrittenen Textzeilen auf seine persönliche politische Einstellung zu schließen, sei nicht legitim. Kunst ist Kunst. Mensch ist Mensch. Es gelte das Recht der Kunstfreiheit.

Wer sich mit Werk und Person von Naidoo auseinandersetzt, dem dürfte das vehemente Vorgehen gegen das Stigma des Antisemitismus kaum verwundern. Man muss Xavier Naidoo abnehmen, dass er tatsächlich denkt, kein Antisemit zu sein. Auch wenn einige Songzeilen (er singt da von »Baron Totschild« und vermeintlichen »Puppenspielern«) diesen Schluss durchaus nahelegen könnten.

Die Referentin der Amadeu-Antonio-Stiftung hatte dem 47 Jahre alten Naidoo vorgeworfen, dass er ein Antisemit sein. Dieses erklärte sie, da sich, ihrer Auffassung nach, dieses strukturell anhand seiner Liedtexte nachweisen ließe. Unter anderem beschimpfe Naidoo darin auch Politiker.

Das Landgericht Regensburg hatte in erster Instanz der Klage Naidoos auf Unterlassung stattgegeben. Die Mitarbeiterin der Stiftung ging jedoch in die zweite Instanz zum Oberlandesgericht Nürnberg. Bei dem Termin am Dienstag waren weder sie noch Naidoo anwesend, wie der Gerichtssprecher sagte.

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