Projektion: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre ... / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

ZDF-Politbarometer November I 2020: Querdenker werden in der Mehrheit abgelehnt

Mainz/Bremen (fs) – Weiterhin beherrscht das Thema “Corona” die politische Agenda: 80 Prozent aller Befragten geben an, dass Corona zurzeit das wichtigste Problem in Deutschland ist. Ähnlich wie vor drei Wochen glauben jetzt 56 Prozent, dass ihre Gesundheit durch das Coronavirus gefährdet ist und 42 Prozent meinen das nicht (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils “weiß nicht”).

Halten Sie Ihre Gesundheit durch das Coronavirus für gefährdet? / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

Wirksamkeit der aktuellen Corona-Maßnahmen

Seit Anfang des Monats gibt es in Deutschland einen Shutdown-light, bei dem insbesondere Geschäfte, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen anders als im Frühjahr nicht geschlossen sind. Eine Mehrheit von 55 Prozent glaubt, dass die aktuell geltenden Corona-Schutzmaßnahmen den Anstieg der Corona-Infektionen bei uns wirksam begrenzen werden. 43 Prozent bezweifeln das. Dabei sprechen sich 26 Prozent für weitergehende Maßnahmen aus, 58 Prozent finden die geltenden Bestimmungen gerade richtig und 14 Prozent halten sie für übertrieben.

Die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen … / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

Belastungen durch die Corona-Pandemie

Die Corona-Krise belastet mich persönlich … / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen
Meine finanzielle Lage hat sich durch Corona stark verschlechtert … / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

Dass sie die Corona-Krise – aus welchen Gründen auch immer – sehr stark belastet, sagen 12 Prozent der Befragten, 35 Prozent fühlen sich stark belastet, 43 Prozent berichten von einer nicht so starken Belastung und 10 Prozent beeinträchtigt das alles überhaupt nicht. Offensichtlich spielen dabei finanzielle Faktoren nicht die Hauptrolle: Lediglich 8 Prozent aller Befragten sagen, dass sich durch Corona ihre wirtschaftliche Situation sehr stark oder stark verschlechtert hat, 19 Prozent geben eine nicht so starke Verschlechterung an und 72 Prozent haben nach eigenen Angaben überhaupt keine finanzielle Beeinträchtigung durch die Krise.

Durch Corona hat sich meine finanzielle Lage verschlechtert … / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

Proteste gegen Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern

Ähnlich wie im September finden 86 Prozent aller Befragten die Proteste gegen die geltenden Corona-Maßnahmen nicht gut, 12 Prozent befürworten sie. Im Gegensatz zur geringen Unterstützung bei den Anhängern von CDU/CSU (5 Prozent), SPD (7 Prozent) und Grünen (3 Prozent) finden 54 Prozent aller AfD-Anhänger diese Proteste gut (FDP-Anhänger: 18 Prozent; Linke-Anhänger: 15 Prozent). Für den Fall, dass sich die Teilnehmer von Demonstrationen nicht an die Corona-Auflagen wie Maskenpflicht und Abstandsregelungen halten, plädieren 87 Prozent für eine umgehende Auflösung der Demonstrationen durch die Polizei, 10 Prozent sprechen sich dagegen aus.

Proteste gege die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern finde ich … / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

Trotz allem sehr viel Optimismus für die nächsten Monate

Ganz allgemein sind die Deutschen aber weiterhin sehr optimistisch: So glauben 85 Prozent (Ende Oktober: 81 Prozent) aller Befragten, dass Deutschland in den nächsten Monaten eher gut durch die Corona-Pandemie kommen wird. Pessimistisch sind nur 13 Prozent (Ende Oktober: 15 Prozent).

Glauben Sie, dass Deutschland in den nächsten Monaten eher gut durch die Corona-Pandemie kommen wird? / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

Projektion Bundestagswahl

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, ergäben sich im Vergleich zu vor drei Wochen einige Veränderungen: Die Union käme jetzt auf 37 Prozent (minus 1), die SPD auf 16 Prozent (plus 1), die AfD auf 9 Prozent (unverändert), die FDP auf 5 Prozent (unverändert), die Linke auf 7 Prozent (minus 1) und die Grünen auf 20 Prozent (unverändert). Die anderen Parteien zusammen lägen bei 6 Prozent (plus 1). Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen ebenso eine Mehrheit wie eine aus CDU/CSU und SPD. Nicht reichen würde es für Grün-Rot-Rot.

Projektion: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre … / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

Top Ten: Fast alle mit verbesserten Werten

Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung (“Was halten Sie von?”) liegt Angela Merkel weiter klar auf Platz eins. Auf der Skala von +5 bis -5 erhält sie einen Durchschnittswert von 2,8. (Okt. II: 2,6). Es folgen auf Platz zwei Jens Spahn mit 1,9 (Okt. II: 1,5), Olaf Scholz mit 1,8 (Okt. II: 1,3), Markus Söder mit 1,7 (Okt. II: 1,6), Heiko Maas mit 1,6 (Okt. II: 1,2), Robert Habeck mit 1,2 (Okt. II: 1,2), Armin Laschet mit 0,9 (Okt. II: 0,6), Annalena Baerbock mit 0,8 (Okt. II: 0,7) und Horst Seehofer mit 0,6 (Okt. II: 0,3). Schlusslicht ist weiter Friedrich Merz mit minus 0,1 (Okt. II: minus 0,1).

Mögliche Kanzlerkandidaten der CDU/CSU

CDU/CSU-Kanzlerkandidat: Als Kanzler wäre geeignet … / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

Auf die Frage, welchem Unionspolitiker man die Befähigung zum Amt des Bundeskanzlers zuspricht, meint lediglich bei Markus Söder eine Mehrheit von 58 Prozent, dass er Kanzler kann (kann er nicht: 35 Prozent). Allen anderen möglichen Kanzlerkandidaten traut das jeweils eine Mehrheit der Deutschen nicht zu: Jens Spahn (ja: 37 Prozent; nein: 56 Prozent), Friedrich Merz (ja: 30 Prozent; nein: 60 Prozent), Armin Laschet (ja: 27 Prozent; nein: 59 Prozent), Norbert Röttgen (ja: 25 Prozent; nein: 52 Prozent).

CDU/CSU-Anhänger: Bewertung von Unionspolitikern. / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

US-Präsidentschaftswahl

Der neue gewählte US-Präsident Joe Biden wird seine Arbeit eher gut machen … / Deutsch-amerikanisches Verhältnis wird … / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen
Beim Übergang von Donald Trump zu Joe Biden wird es in den USA zu Unruhen kommen … / Foto: ZDF und Forschungsgruppe Wahlen

Dass der neu gewählte US-Präsident Joe Biden seine Sache eher gut machen wird, meinen 90 Prozent (macht er nicht: 4 Prozent). Ähnlich viele (85 Prozent) erwarten, dass sich jetzt die deutsch-amerikanischen Beziehungen verbessern werden, 13 Prozent glauben; dass sich da nicht viel ändern wird und niemand geht von einer Verschlechterung aus.

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