24 geflüchtete Lehrkräfte für den Schuldienst vorbereitet

Bielefeld/Ganderkesee (fs) – Ein Jahr lang haben sich 24 geflüchtete Lehrerinnen und Lehrer im Programm „Lehrkräfte Plus“ an der Universität Bielefeld für den Schuldienst in Deutschland weiterqualifiziert. Am Montag haben sie in einer feierlichen Veranstaltung mit Schulministerin Yvonne Gebauer, Rektor Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer und Ulrich Kober, Direktor des Programms Integration und Bildung der Bertelsmann Stiftung, ihre Zertifikate für das erfolgreich absolvierte Programm erhalten.

Beim Austausch mit der Ministerin ging es unter anderem um die Programmerfahrungen und die beruflichen Perspektiven der Absolventinnen und Absolventen.

8 Lehrerinnen und 16 Lehrer aus Algerien, Aserbaidschan, Irak, Syrien, Tunesien und der Türkei haben sich im Programmjahr 2018/19 für den Schuldienst in Nordrhein-Westfalen weiterqualifiziert. Damit schließt bereits der zweite Jahrgang das Qualifizierungsprogramm Lehrkräfte Plus an der Universität Bielefeld erfolgreich ab. Zeitgleich startet der dritte Jahrgang.

Ein Großteil der diesjährigen Absolventinnen und Absolventen nimmt am Anschlussprogramm Integration von Lehrkräften mit Fluchthintergrund der Bezirksregierung Detmold teil, das in ähnlicher Form bereits in der Bezirksregierung Arnsberg angeboten wird. Dabei unterrichten die Programmabsolventinnen und Programmabsolventen im Team Teaching gemeinsam mit erfahrenen Lehrkräften. Zusätzlich spezialisieren sie ihre Unterrichtssprache für den Beruf als Lehrkraft und vertiefen ihre pädagogischen Fähigkeiten.

Es ist sehr erfreulich, dass nahezu alle diesjährigen Absolventinnen und Absolventen eine konkrete Perspektive an einer Schule erhalten haben und dort nun unterrichten werden. Neben ihren fachlichen Kompetenzen als Lehrkraft bringen Sie zudem ein interkulturelles Gespür mit und auch ihre Mehrsprachigkeit kann im Schulleben von zusätzlichem Nutzen sein. ‚Lehrkräfte Plus‘ ebnet Lehrkräften mit Fluchthintergrund erfolgreich den Weg in das deutsche Schulsystem.

Schulministerin Yvonne Gebauer

Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld

An der Universität konnten wir den Programmteilnehmenden den wichtigen und notwendi-gen Rahmen für eine Weiterqualifizierung als Lehrkraft im NRW-Schuldienst bieten: ein inten-sives und praxisorientiertes Training, die Förderung ihrer individuellen Fähigkeiten und eine kontinuierliche Beratung durch die Programmverantwortlichen. Bestärkt durch diese erweiterten Kompetenzen können sie ab jetzt den Schuldienst, Schulen sowie Schülerinnen und Schüler bereichern.

Ulrich Kober von der Bertelsmann Stiftung geht auf die positiven Effekte von „Lehrkräfte Plus“ für Kollegien ein. Das Programm stellt nicht nur für die Teilnehmenden eine Chance dar – auch die Schulen profitieren.

Denn die Absolventinnen und Absolventen bringen Lehrerfahrungen aus anderen Ländern mit, sie sprechen die Sprachen von geflüchteten Schülerinnen und Schülern und ihren Familien. Mit ihren Kompetenzen und Perspektiven bereichern sie Kollegien: Sie können Brücken bauen und ein Vorbild für geflüchtete Schülerinnen und Schüler sein.

Ulrich Kober von der Bertelsmann Stiftung

Das zwölfmonatige Programm der Bielefeld School of Education wird in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Bildung NRW, der Bertelsmann Stiftung und den Kommunalen Integrationszentren durchgeführt. Die Teilnehmenden steigern ihre bereits vorhandenen Deutschkenntnisse im Deutschlernzentrum PunktUm der Universität Bielefeld auf das Sprachniveau C1. Teilnahmevoraussetzung waren Deutschkenntnisse mindestens auf B1-Niveau. Zusätzlich vertiefen sie ihre fachlichen und didaktischen Kenntnisse. Abschließend hospitieren sie als Lehrkräfte in Schulen und erproben sich in Unterrichtspraxis.

Lehrkräfte Plus an der Universität Bielefeld war 2017 das erste Weiterqualifizierungsprogramm für geflüchtete Lehrkräfte in NRW. Im April 2018 begann an der Ruhr-Universität Bochum das namensgleiche Schwesterprogramm.

Bild: Universität Bielefeld

Ein Kommentar

  1. Die Möglichkeit an diesem Programm teilzznehmen, bietet geflüchteten Lehrern und Lehrerinnen eine große Chance ihren Beruf in Deutschland auszuüben. Es wäre wünschenswert, diese oder ähnliche Weiterbildungsmöglichkeiten auch in anderen Bundesländern anzubieten.

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