Barack Obama am Ende seiner Rede. / Foto: Screenshot Facebook

Alarmierende Zeichen im US-Wahlkampf

Mainz/Bremen (ots/fs) – Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Amtsnachfolger eines US-Präsidenten sich bei der Bewertung von dessen Arbeit zurückhält. Das war zumindest bis zu dieser Wahl so. Die Schärfe, mit der Barack Obama seinen Nachfolger Donald Trump nun in Pennsylvania anging, zeigt, dass Regeln von gestern längst pulverisiert sind – nicht zuletzt durch den amtierenden Präsidenten selbst.

Das Erschreckende an Obamas Rede: Er hat auch in dieser Schärfe mit seiner Kritik Recht, vor allem was das Versagen Trumps in der Corona-Krise betrifft. Das wird dessen Anhänger jedoch nicht davon abhalten, ihn wieder zu wählen. Doch an die war Obamas Rede ohnehin nicht adressiert.

Den Demokraten muss es darum gehen, die Unentschlossenen zu erreichen, sie auf Bidens Seite zu ziehen. Der liegt in den Umfragen nach wie vor vorne. Hillary Clinton tat das vor vier Jahren auch. Das Ergebnis ist bekannt. Die Demokraten ziehen deshalb nun alle Register. Dazu gehört auch das Spielen der Obama-Karte.

Trump poltert und irrlichtert unterdessen weiter. Schützenhilfe bekommt er von Geheimdienstchef John Ratcliffe, der nach der Obama-Rede bekanntgab, dass der Iran demokratische Wähler eingeschüchtert habe, um dem US-Präsidenten zu schaden. Ratcliffe gilt als Vertrauter Trumps. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt.

Alarmierend ist indes die Einschätzung von US-Journalisten-Legende Bob Woodward, der “das Undenkbare” im Falle einer Wahlniederlage Trumps nicht ausschließt. Das wäre nichts weniger als das Ende der Demokratie im mächtigsten Staat der Welt. Der Präsident selbst tut alles dazu, diesen Verdacht zu erhärten.

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