Brandanschlag auf Haus von jüdischem Ehepaar

Unbekannte hatten vor der Haustür der Eheleute Feuer gelegt. Mit dem Angriff nahe Hannover hat der Antisemitismus nach Ansicht des Zentralrats der Juden in Deutschland “im negativen Sinne eine neue Qualität erreicht”.

Zentralratspräsident Josef Schuster betonte, es sei “in besonderem Maße erschreckend”, wenn sich Juden in Deutschland in ihren Wohnhäusern nicht mehr sicher fühlen könnten. Das Feuer und die zusätzlichen Wandschmierereien riefen schreckliche Erinnerungen wach. “Dieser antisemitische Vorfall macht deutlich, wohin das derzeitige politische Klima führt. Wir müssen der Aggressivität Einhalt gebieten”, verlangte Schuster.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover war in der Nacht zum Samstag eine Fußmatte vor der Haustür des Ehepaars angezündet worden. Zudem wurde mit roter Farbe im Eingangsbereich das Wort “Jude” aufgesprüht. Der Staatsschutz ermittelt.

Keine öffentlichen Ämter

Laut Presseberichten lebten die Eheleute zurückgezogen und hatten in der jüdischen Gemeinde kein Amt inne. Sie bemerkten die Überreste des Feuers am frühen Morgen. Die Flammen waren eigenständig erloschen.

Auch der evangelische Landesbischof Ralf Meister und andere Repräsentanten aus Kirche und Politik reagierten entsetzt. Meister sagte in Hannover: “Ich bin erschüttert über den Hass, der in diesem Brandanschlag offen zutage tritt. Wir sind mit dem jüdischen Volk verbunden und verurteilen jede Form von Judenfeindlichkeit.”

Bild: Sascha GrosserHexagram – DavidsternCC BY-SA 4.0

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