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Chemnitzer FC hat immer noch ein Nazi-Problem

Wenn es um politische Auseinandersetzungen geht, spielt der Chemnitzer FC schon heute in der ersten Bundesliga. Wie kaum ein anderer Verein sorgte der sächsische Viertligist mit seinen Fans in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen.

Im März hagelte es bundesweit Kritik, weil tausende Fans, aber auch Spieler, im Chemnitzer Stadion um den verstorbenen Neonazi Thomas Haller trauerten, der dem CFC jahrelang nahestand. Seitdem ist der Klub für viele zum Sinnbild für den verfehlten Umgang mit rechten Hooligans im Fußball geworden. Jetzt will er aus der Defensive kommen.

Nach dem Sieg im Sachsenpokal-Halbfinale am Mittwoch träumen die Fans vom Aufstieg. Das Image des ostdeutschen Nazi-Klubs würden viele gleich ebenfalls gerne hinter sich lassen.

Dabei helfen sollen Trikots mit neuem Aufdruck. Sie sollen zeigen, dass der CFC künftig “mit klarer Botschaft” auf den Platz tritt, schreibt der Verein in der Pressemitteilung. In dieser Woche wurden sie in Chemnitz vorgestellt.

Das Problem: Der neue Trikotslogan ist maximal beliebig – das genaue Gegenteil einer klaren Botschaft: “Farbe bekennen, Himmelblau jetzt”.

Das man den Trikotspruch auf Demonstrationen gegen Rechtsextremismus noch nicht gesehen oder gehört hat, ist kein Wunder: Er spielt auf die Vereinsfarbe an, nicht auf die Vielfalt in der Gesellschaft oder die ernsthafte Auseinandersetzung mit Rassismus. Selbst das Wort “Bunt” scheint den Verantwortlichen zu provokant für ein Statement gewesen zu sein.

Bild: Screenshot Twitter

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