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Die Scham von Aue: 350 Menschen beten und über 1.000 folgen der NPD

Aue-Bad Schlema/Ganderkesee (fs) – Nach der blutigen Eskalation eines Streites auf einer Weihnachtsfeier der Kirchengemeinde in Aue-Bad Schlema an Heiligabend waren die Menschen in Aue aufgewühlt. Dieses kann von jedem nachvollzogen werden.

Vier Tage nach dem das Opfer, ein ehrenamtlicher Helfer der Kirchengemeinde, schwer verletzt ins Krankenhaus kam, lud die betroffene Kirchgemeinde St. Nicolai am Samstagabend zu einem Friedensgebet ein. Nach den Schätzungen eines dpa-Reporters vor Ort kamen mehr als 350 Menschen in die Kirche. Kurze Zeit später folgten nach Polizeiangaben mehr als 1.000 Menschen dem Aufruf der NPD und eines NPD-Funktionärs zu einer Kundgebung. Hierfür darf es keinerlei Verständnis mehr geben, nur noch Scham.

Verschiedene Vertreter der Kirchengemeinde hatten sich im Vorfeld der NPD-Kundgebung vom Demo-Aufruf des NPD-Funktionärs distanziert und wollten sich auch nicht instrumentalisieren lassen. Die Gemeinde St. Nicolai veröffentlichte im Internet eine Stellungnahme.

Dank der schnellen Hilfe durch den Rettungsdienst und die Operation im Krankenhaus, wurde dem Mitarbeiter das Leben gerettet. Er ist inzwischen von der Intensivstation auf eine Normalstation verlegt worden. Bei einem Besuch betonte er, dass er keinen Hass empfindet und sich weiter ehrenamtlich engagieren wird.

Aus der Stellungnahme der Kirchengemeinde St. Nicolai

Bei dem Friedensgebet verwahrte sich Superintendent Dieter Bankmann noch einmal ausdrücklich gegen die politische Vereinnahmung durch die Rechtsextremisten. Er verwies noch einmal darauf, dass die Betroffenen die Mitglieder der Kirchengemeinde seien. Nun werde das Engagement vieler Menschen für das Gemeinwohl schlecht gemacht.

An der rechtsextremistischen Kundgebung auf dem Auer Altmarkt nahmen auch Abordnungen von Pro Chemnitz und der Neonazi-Kleinstpartei Der III. Weg teil. Die Kundgebung löste sich nach etwa einer Stunde wieder auf und laut Polizei blieb alles friedlich. Und trotzdem ist wieder einmal ein Geschmäckle geblieben, so dass man nur sagen kann: Schäme dich Aue!

Bild: Tag24

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