“Dieser Angriff auf das Gedenken zeigt, dass die rechtsextreme Szene in Zwickau aktiv ist”

Zwickau/Ganderkesee (fs) – Viele Menschen in ganz Deutschland waren entsetzt als die Zerstörung des Gedenkbaumes zur Erinnerung an das erste Opfer, Enver Simsek, der NSU bekannt wurde. Gleiches gilt für die Türkische Gemeinde in Deutschland.

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Atila Karabörklü, meldete sich heute zu Wort:

Dieser Angriff auf das Gedenken zeigt, dass die rechtsextreme Szene in Zwickau aktiv ist. Der NSU-Komplex und sein Gedankengut leben da draußen weiter.

Atila Karabörklü, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde Deutschland gegenüber dpa

Er forderte, die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus stärker auf die öffentliche und politische Agenda zu rücken.

Der Gedenkbaum an Enver Simsek wurde Anfang September gepflanzt und an diesem Samstag abgesägt. Eine zerstörte Holzbank hat ebenfalls an den türkischen Blumenhändler erinnert, der mit nur 38 Jahren sterben musste für die rechtsextremistische Genugtuung.

Die Stadt Zwickau hatte am gestrigen Montag bereits bestätigt, dass der Gedenkbaum natürlich ersetzt wird. Auch hält man an der Planung fest neun weitere Gedenkbäume für die übrigen Todesopfer der NSU zu pflanzen. Es wurde auch ein Spendenkonto bei der Stadt eingerichtet, so dass sich Einwohner daran beteiligen können.

Der NSU ist für die Stadt Zwickau quasi ein ganz persönliches Damoklesschwert, denn hier haben Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos jahrlang unerkannt im Untergrund gelebt. Die drei Rechtsterroristen sind für neun Morde an ausländischen Mitbürgern, für den Mord an einer Polizistin und für zwei Sprengstoffanschläge sowie diverse Raubüberfälle verantwortlich.

Bild: Stadt Zwickau

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