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Faktencheck: Betende Christen an Kirche für rechte Fake-News über Muslime missbraucht

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – An einer Kirchenwand in München stehen mehrere Junge Männer mit dunkler Hautfarbe. Ein Foto davon macht seit Jahren im Netz die Runde mit der falschen Behauptung, es seien Muslime, die gegen das Kirchenhaus urinierten (http://archive.vn/1OduH).

Bewertung

Die Männer sind Christen und beten.

Fakten

Die Männer auf dem Foto lehnen an einer Kirchenwand, haben die Köpfe gesenkt und ihre Hände am Hosenbund. Als die Aufnahme schon einmal 2016 im Netz mit der Falschbehauptung die Runde machte, stellte die für die Kirche zuständige Gemeinde St. Gertrud klar: Die Männer urinieren nicht. Sie seien Mitglieder der eritreisch-orthodoxen Gemeinde, die einen Raum des Münchner Gotteshauses nutzten.



Nach der Tradition der orthodoxen Christen in Eritrea und Äthiopien gehen die Gläubigen oft nicht in die Kirche hinein, sondern beten draußen vor der Kirche. Sie lehnen sich an die Wand des Gotteshauses und beten.

Priester Matthias Zlonkiewicz 2016 in den Medien zitiert

Über das Fake-Foto und die Stellungnahme der Gemeinde gab es bereits 2016 mehrere Artikel, darunter von den Faktencheckern von “Mimikama” (http://archive.vn/gALgz), vom Bayerischen Rundfunk (http://archive.vn/ksGeZ) und von der “Abendzeitung” aus München (http://archive.vn/qpVeN).

Dieses mal wurde der rechtsextremistische Fake übrigens von einer Sylvia Hirsch veröffentlicht die laut Ihrem Facebook-Profil (http://archive.vn/X9lBx) nicht nur der rechtsextremistischen AfD sehr nahe steht und sie für die beste Regierungspartei halten würde, sondern sie arbeitet auch gleichzeitig in einem weltoffenen Unternehmen namens Zalando. Diesen Umstand müssen wir einfach bei Zalando anfragen, weil wir nicht verstehen können, wie ein rechtsextremistischer Mensch zu der Weltoffenheit des Unternehmens im Verhältnis steht. Wir werden berichten.

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