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Faktencheck: Deutscher sei von etwa zehn Ausländern zusammengeschlagen worden

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – Ein Streit in einem Supermarkt in Hildburghausen ist Mitte November eskaliert. Im Internet wird behauptet, ein Deutscher sei dabei von etwa zehn Ausländern zusammengeschlagen worden.

Bewertung

Die Polizei geht nicht von solch einer brutalen Attacke aus. Richtig ist, dass es eine Auseinandersetzung gab. Dabei kam es nach Polizeiangaben zu «einem Schlag ins Gesicht». Zuvor hat es demnach einen Streit gegeben, bei dem sich das mutmaßliche Opfer anscheinend ausländerfeindlich äußerte.

Fakten

Im thüringischen Hildburghausen ist es am Abend des 15. November 2019 zu einem Streit zwischen einem Deutschen und einem Ausländer gekommen. Wie die Polizei am 18. November mitteilt, habe sich am Tag nach dem Vorfall das Opfer in der Dienststelle gemeldet. Der 39-jährige Deutsche hat demnach angegeben, von mehreren Männern ausländischer Herkunft in einem Supermarkt geschlagen worden zu sein.

Tommy Frenck / Bild: Screenshot Website Tommy Frenck

Auf seinem Blog schreibt am 17. November Tommy Frenck – eine zentrale Figur der rechtsextremistischen Szene in Thüringen -, dass der Mann von etwa zehn Ausländern zusammengeschlagen worden sei (https://v.gd/dBZOPh).

Das allerdings stimmt nicht mit den Erkenntnissen der Polizei überein. Wie die Landespolizeiinspektion Suhl der Deutschen Presse-Agentur am 18. November bestätigte, geht die Behörde nach der Befragung mehrerer Zeugen von «einem Schlag ins Gesicht» aus. Zuvor soll sich das Opfer während des Streits ausländerfeindlich geäußert haben.

Die Polizei ermittelt wegen einfacher Körperverletzung. Derzeit wird aber noch ermittelt, wer der mutmaßliche Täter ist. Es handele sich um einen «bislang nicht bekannten Mann ausländischer Herkunft».

Tommy Frenck, der den Hildburghausener Vorfall übertrieben brutal auf seiner Website beschreibt, ist nach Angaben des Thüringer Verfassungsschutzes einer der Unterstützer des Neonazi-Festivals «Rock gegen Überfremdung» im thüringischen Themar, zu dem 2017 rund 6000 Neonazis aus ganz Europa kamen (https://v.gd/cb8Ejv).

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