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Faktencheck: Experten befürchten kaum Infektionsgefahr durch Asylsuchende – Rechte Fake-News

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – Mehrere Portale im Netz versuchen die Angst heraufzubeschwören, Zuwanderer nach Europa könnten gefährliche Krankheiten einschleppen. So behauptet zum Beispiel “politaia.org”, das Robert-Koch-Institut in Berlin habe Alarm geschlagen: “Die Asylsuchenden schleppten Krankheiten wie Tuberkulose, Hepatitis A-E und sogar Lepra ein.” (https://v.gd/4GjRav)

Bewertung

Das Institut sieht keine Gefahr für die Bevölkerung. In den meisten Fällen infizieren sich die Asylsuchenden erst in Deutschland.

Fakten

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Es bewertet, analysiert und erforscht besonders gefährliche Krankheiten. Schon im Herbst 2015, als Tausende Flüchtlinge Deutschland erreichten, gaben die Gesundheitsexperten Entwarnung und stellten klar, dass von den Ankommenden keine gesundheitliche Gefahr für die Allgemeinbevölkerung ausgeht (https://v.gd/1ectAP).

Zwar hatte das RKI für Mediziner zuvor Hinweise zu teils seltenen Krankheiten veröffentlicht, die bei Flüchtlingen unter Umständen auftreten könnten: Gelistet sind etwa Typhus oder Tetanus. Für Betreuer oder Helfer bestehe ein leicht erhöhtes Risiko (https://v.gd/IyJ93B).

Stichproben zeigten jedoch, dass die große Mehrheit der Ausbrüche in Flüchtlingsheimen nicht auf eingeschleppte Erreger zurückgehe. Die meisten Menschen hätten sich hierzulande angesteckt. Flüchtlinge seien deshalb eine gefährdete und keine gefährdende Gruppe, hieß es.

2018 bekräftigte das RKI: “Asylsuchende leiden primär unter den gleichen Infektionskrankheiten wie die ansässige Bevölkerung.” Die Anstrengungen der Reise sowie mangelnder Impfschutz brächten jedoch eine höhere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten mit sich – wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infekte (https://v.gd/Xvm9Oo).

Sehr vereinzelt würden auch Fälle von seltenen importierten Krankheiten wie Läuserückfallfieber oder Typhus registriert. Generell gilt jedoch: “Das Robert-Koch-Institut sieht keine relevante Infektionsgefährdung der Allgemeinbevölkerung durch Asylsuchende.”

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