Faktencheck: Keine Ankunft, sondern die Abreise von Geflüchteten – Rechte Fake-News

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – In den sozialen Medien kursieren mehrere Videos, die angeblich die Ankunft von Geflüchteten in einer Aufnahmeeinrichtung in Magdeburg zeigen. “Alles frisches Zeug”, heißt es in herabwürdigender Art und Weise in einem der Videos über die Gefilmten. (http://archive.vn/jiIzT, http://archive.vn/KJWef)




Bewertung

In den Videos ist nicht die Ankunft von Geflüchteten in Magdeburg zu sehen, sondern wie Menschen aus der Unterkunft abreisen.

Fakten

Die Videos zeigen die Aufnahmestelle für Asylbewerber im Magdeburger Stadtteil Herrenkrug. Sie wurden von der Breitscheidstraße aus aufgenommen. Das ergibt sich aus einem Vergleich mit Satellitenbildern. (https://v.gd/lrhiLk, https://v.gd/CKNk8v)

Die Videos wurden am 25. und am 27. März gepostet. Die Kargheit der Bäume, das Wetter (http://archive.vn/3HPqJ) und die Länge der Schatten sprechen als Indizien dafür, dass sie auch Ende März 2020 aufgenommen wurden. Im Text zu einem der Videos ist explizit der 25. März 2020 als Aufnahmedatum angegeben, im anderen wird auf die aktuelle Corona-Krise Bezug genommen.

In den Filmen sind auf dem Gelände mehrere Busse, Personen und Gepäck zu sehen. Am 25. März fuhren tatsächlich Busse auf das Gelände der Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) Magdeburg, allerdings um dort Menschen abzuholen, wie das Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt der dpa bestätigte.

An diesem Tag begann die angekündigte Verteilung der Bewohner der LAE auf andere Einrichtungen (http://archive.vn/Ar62Z). Die “Volksstimme” berichtete am 26. März (http://archive.vn/zS4ni).

Das LAE wurde leergezogen, um als Ausweichort für die Zentrale Aufnahmestelle (ZASt) in Halberstadt zu fungieren, sollte diese wegen einer Quarantäne gesperrt werden. Die Verteilung der Bewohner sollte laut Innenministerium bis zum 9. April abgeschlossen sein.

Am 27. März wurde die ZASt in Halberstadt aufgrund eines Corona-Positivbefundes unter Quarantäne gestellt (http://archive.vn/c4ZVF). Ab diesem Zeitpunkt wurden wie geplant alle Neuzugänge nach Magdeburg umgeleitet und dort registriert und erstuntersucht. Bis zum 9. April waren das laut Innenministerium sieben Personen.

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