Faktencheck: Messerattacken liegen viele Monate zurück – Rechte Fake-News

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – In fünf deutschen Städten sollen sich am “zweiten Weihnachtswochenende” Messerangriffe ereignet haben, wird in einem Online-Artikel vom 8. Dezember 2019 behauptet: Köln, Nürnberg, Lingen, Mülheim an der Ruhr und Frankfurt am Main. Unter dem Text ist ein Artikel von “wochenblick.at” verlinkt, der nicht erreichbar ist. (https://v.gd/LiKyAv)

Bewertung

Die Attacken fanden nicht in der Adventszeit, sondern bereits im Februar 2019 statt.

Fakten

An einem Wochenende wurden in den genannten fünf Städten Menschen mit Stichwaffen verletzt. Das liegt allerdings schon mehr als neun Monate zurück (https://v.gd/rJjnPU). Nach der Veröffentlichung des “Bild”-Artikels wurden weitere Details bekannt.

Die Fälle im Einzelnen

Am 17. Februar wurde in Köln ein 31-jähriger Mann durch einen Messerangriff lebensgefährlich verletzt (https://v.gd/yfxL7b). Drei Kontrahenten soll das Opfer gegen sich gehabt haben, einer soll ihm mehrfach in den Oberkörper gestochen haben, wie der “Kölner Stadt-Anzeiger” berichtete (https://v.gd/LynDno).

Am selben Tag wurde in Nürnberg eine Frau mit einem Messer angegriffen. Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft in einer Psychiatrie untergebracht (https://v.gd/oKZLu1).

Wie mit Meldung 229 und 230 (17.02.2019) berichtet, kam es am frühen Sonntagmorgen (17.02.2019) zu einem Messerangriff auf eine Passantin in der Fürther Straße (Stadtteil Bärenschanze). Der mittelfränkischen Polizei ist es bereits nach kurzer Zeit gelungen, in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth einen dringend Tatverdächtigen festzunehmen.

Ein zunächst unbekannter Täter hatte am Sonntagmorgen gegen 05:00 Uhr eine 21-jährige Frau in der Fürther Straße unvermittelt mit einem Messer angegriffen und verletzt. Nach der Tat flüchtete der Angreifer.

Die Geschädigte hielt sich zu Besuch in Nürnberg auf. Sie wurde nach der Tat vom Rettungsdienst umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Nach aktuellem Stand besteht keine Lebensgefahr.

Meldung vom 18.02.2019 des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Pressestelle

In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar griffen im niedersächsischen Lingen zwei Männer eine Radfahrerin an und verletzten sie mit einem Messer schwer. Wenige Tage später wurden zwei Tatverdächtige festgenommen.

In der vergangenen Nacht wurde auf dem Mengers Weg eine Radfahrerin von zwei bislang unbekannten Männern angegriffen und mit einem Messer schwer verletzt. Die 44-Jährige war gegen 00.25 Uhr auf dem unbeleuchteten Radweg unterwegs, als die beiden Männer sie vom Fahrrad zogen und mit einem Messer angriffen. Als die Frau laut um Hilfe rief, flüchteten sie in Richtung des Christophoruswerks. Die 44-Jährige wurde bei dem Angriff schwer verletzt, ein Rettungswagen brachte sie ins Krankenhaus. Die Frau wurde noch in der Nacht notoperiert. Die Angreifer sollen sehr jung gewirkt haben, eventuell handelte es sich um Jugendliche. Die Männer trugen dunkle Kleidung, einer der Täter war maskiert. Polizei und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts aufgenommen. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Lingen unter der Telefonnummer (0591) 87 0 zu melden.

Meldung vom 17.02.2019 der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, Pressestelle

Auf einem Spielplatz in Mülheim an der Ruhr wurde am 16. Februar ein 20-Jähriger mit einem Messer verletzt.

45468 MH-Altstadt: Ein Ehepaar (55/57) meldete der Feuerwehr am Samstag, 16. Februar, gegen 22:15 Uhr eine verletzte Person nach einem Messerangriff vor dem Haupteingang eines Einkaufzentrums in der Mülheimer Innenstadt. Während eine Streifenwagenbesatzung augenblicklich zum Meldeort fuhr, fahndeten mehrere weitere Streifenwagen sowie ein Diensthundeführer in der Umgebung nach möglichen Verdächtigen. Den Beamten vor Ort schilderte der 20 Jahre alte Mülheimer, dass er sich mit einem Bekannten auf einem Spielplatz an der Parallelstraße, Ecke Charlottenstraße treffen wollte. Dort angekommen traf er aber nicht nur auf seinen Bekannten, sondern auf vermutlich vier weitere Männer. Unvermittelt griffen sie den Mülheimer an. Bei der körperlichen Auseinandersetzung griff einer der Täter zum Messer und verletzte den Mülheimer. Daraufhin flohen die Täter. Der verletzte 20-Jährige begab sich daraufhin zum Haupteingang des Einkaufzentrums, wo er auf das Ehepaar traf. Diese reagierten sofort und alarmierten den Rettungsdienst. Aufgrund seiner Verletzungen verblieb der Mülheimer eine Nacht im Krankenhaus. Die Kriminalpolizei ermittelt nun und fragt: Wer hat die Personen auf dem Spielplatz oder in dessen Umgebung beobachten können? Einer der Täter kann wie folgt beschrieben werden: männlich, zirka 175cm groß, um die 20 Jahre alt, soll einen arabischen Migrationshintergrund haben und war bekleidet mit grüner Steppjacke, kurzen krausen schwarzen Haaren, weißen Sportschuhen und einer Jeans. Im Rahmen der Fahndung konnten die Beamten drei Personen antreffen, deren Tatbeteiligung geprüft wird. Hinweise nimmt das Kommissariat 35 unter der Rufnummer 0201/829-0 entgegen. (ChWi)

Meldung vom 17.02.2019 der Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr, Pressestelle

Nachdem am Morgen des 16. Februars in Frankfurt am Main ein 22-Jähriger durch mehrere Messerstiche verletzt worden war, meldete sich ein 19-jähriger Frankfurter beim Polizeinotruf. Er gab an, in der Kaiserhofstraße jemanden mit dem Messer verletzt zu haben und bat um seine Festnahme.

(fue) Am Samstag, den 16. Februar 2019, gegen 05.45 Uhr, kam es in der Kaiserhofstraße, in Höhe der Hausnummer 13, zu einer Auseinandersetzung unter mehreren Personen.

Im Rahmen dieser Auseinandersetzung, an der etwa acht Personen beteiligt gewesen sein sollen, wurde ein 22-Jähriger aus Rodgau durch mehrere Messerstiche verletzt. Der 22-Jährige wurde in ein Krankenhaus verbracht und dort stationär aufgenommen. Nach jetzigem Kenntnisstand bestand keine Lebensgefahr für den jungen Mann.

Der Geschädigte gab an, sich nicht mehr an die Auseinandersetzung erinnern zu können. Entgegen dem Rat der Ärzte verließ er am Samstagnachmittag das Krankenhaus. Kurz nach der Tat, gegen 06.15 Uhr, meldete sich ein 19-jähriger Frankfurter beim Polizeinotruf. Er gab an, in der Kaiserhofstraße jemanden mit dem Messer verletzt zu haben und bat um seine Festnahme. Diese erfolgte dann kurze Zeit später.

Meldung vom 17.02.2019 des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, Pressestelle

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