29. März 2020

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Für ein buntes Deutschland

Flüchtlingskinder auf Lesbos in extremer Gefahr

Die psychische Verfassung der Kinder in den Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln hat sich nach Angaben der SOS-Kinderdörfer weltweit dramatisch verschlechtert. / Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Giorgos Moutafis

Athen/Ganderkesee (ots/fs) – Die psychische Verfassung der Kinder in den Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln hat sich nach Angaben der SOS-Kinderdörfer weltweit dramatisch verschlechtert.

“Sie leiden unter Panikattacken und Alpträumen, viele sind depressiv, manche versuchen sich umzubringen.

George Protopapas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Griechenland

Allein im Januar seien weitere 3500 Flüchtlinge angekommen, die Camps hoffnungslos überfüllt.

Die Situation ist schockierend und steht für das Versagen der europäischen Flüchtlingspolitik. Die Europäische Union muss endlich einen konkreten Plan vorlegen, der den Kindern ein Leben im Einklang mit den Menschenrechten ermöglicht.

George Protopapas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Griechenland

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen seit Jahren Kinder und Familien im Flüchtlingslager Kara Tepe auf der Insel Lesbos.

Insgesamt leben laut den SOS-Kinderdörfern inzwischen 42.000 Asylsuchende auf den griechischen Inseln – bei 210.000 Einheimischen. Mehr als ein Drittel seien Kinder, 60 Prozent von ihnen jünger als 12 Jahre. Fast die Hälfte der Menschen stamme aus Afghanistan, andere kämen aus Syrien und Somalia.

Besonders dramatisch sei die Lage in dem berüchtigten Camp Moria. Ausgelegt für 3000 Menschen, harren hier inzwischen annähernd 20.000 Geflohene unter katastrophalen hygienischen Bedingungen aus. Die zunehmende Überfüllung, unzureichende Versorgung und Ausweglosigkeit führten zu großer Spannung und Konflikten unter den Bewohnern.

Für die Kinder bedeutet das, täglich 24 Stunden in Gefahr zu leben. Vor allem die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen können sich nicht gegen Gewalt und Missbrauch wehren.

George Protopapas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Griechenland

Die Kinder würden nach ihrer Flucht erneut traumatisiert, gleichzeitig fehle es an psychologischer Unterstützung. Der Winter führe zu einer weiteren Verschärfung.

Die Kinder frieren, sind krank. In ihrer Not schneiden die Asylsuchenden kleine Olivenbäume ab, um zu heizen und zu kochen. (…) Es braucht jetzt ein klares Bekenntnis des Mitgefühls und der Solidarität von Seiten der EU. Wenn nicht schnell etwas geschieht, fürchte ich um das Leben der Kinder!

George Protopapas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Griechenland

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen geflohene Kinder und Familien in Griechenland vielfältig. 700 Kinder im Camp Kara Tepe auf Lesbos erhalten Schulunterricht, Kinder ohne Familie haben im SOS-Kinderdorf Athen ein neues Zuhause bekommen. Außerdem werden Flüchtlingsfamilien psychologisch unterstützt.

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