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Rechtsextremismus

Hinweise auf zweiten Mann bei Lübcke-Mord? – Stephan Ernst überhaupt schuldfähig?

Kassel/Berlin/Ganderkesee (fs) – Er läutete eine neue Ära des Bewusstseins der Demokraten gegenüber dem Rechtsextremismus ein: Der Mord am früheren Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke. Feige, politisch, hinterrücks und von Rechtsextremisten verübt.

Der “Spiegel” berichtet nun, in Berufung auf den Strafverteidiger vom mutmaßlichen Täter Stephan Ernst, dass ein weiterer Mann dabei gewesen sein könnte. Demnach prüfe der Rechtsanwalt Frank Hannig derzeit entsprechende Hinweise. Der “Spiegel” zitiert: “Wir gehen diesem Verdacht nach.”

Dem “Spiegel”-Bericht zufolge, hat Hannig bereits mehrere Beweisermittlungsanträge bei den ermittelnden Behörden gestellt. Der Strafverteidiger erhofft sich anscheinend, dass DNA-Spuren des möglichen Mittäters sichergestellt werden können. Keine belastenden Spuren, die für einen Komplizen sprächen, können indes die Ermittler vorweisen. Laut “Spiegel” will jedoch ein Zeuge in der Tatnacht ein weiteres verdächtiges Auto gesehen haben.

Stephan Ernst hatte als Hauptverdächtiger den Mord zunächst gestanden, die Aussage anschließend jedoch widerrufen. Außerdem haben auch die Verdachtsmomente, laut “Spiegel”, gegen den Rechtsextremisten Markus H. zugenommen. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft und soll unter anderen auch derjenige gewesen sein, der Ernst bei dessen Planungen bestärkt hat. Und nun ein dritter Verdächtiger? Auf wen die Hinweise deuten, wollte Hannig anscheinend nicht preisgeben.

Laut “Spiegel” soll derzeit auch fraglich sein, ob Ernst überhaupt schuldfähig ist. Bei einem Urteil von 1995 soll ein Gutachter zu dem Schluss gekommen sein, Ernst leide an einer Borderline-Störung. Die Kammer befand ihn demnach für nur „vermindert schuldfähig“.

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