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Kommentar zu Corona-Protesten

Bielefeld/Ganderkesee (ots/fs) – Na, klar: Die US-Amerikaner haben das World Trade Center einst selbst in die Luft gesprengt, und die Corona-Pandemie ist eine üble Machenschaft von Bill und Melinda Gates. Und nun: Ironie aus! Ja, wenn es nur so einfach wäre.

Es ist zweifelsohne ein unschätzbarer Vorzug unseres Rechtsstaats, dass man hierzulande für und gegen nahezu alles demonstrieren kann und dass man auch so einiges behaupten darf. Doch so berechtigt die Kritik an den wochenlangen Einschränkungen von Grundrechten in der Corona-Krise sein mag und so ernst sie zu nehmen ist, so sehr geraten die Proteste in die Gefahr, von Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern unterwandert zu werden.

Wenn sich dann noch hochrangige Kirchenvertreter und gewählte Volksvertreter derart exponieren, wie es Kardinal Gerhard Ludwig Müller und Thomas Kemmerich, FDP-Landtagsabgeordneter und sogar mal Kurzzeit-Ministerpräsident von Thüringen, nun getan haben, bleibt nur zu sagen: Man kann auch seine eigene Dummheit demonstrieren! Immerhin hat Kemmerich seinen Fehler eingeräumt. Naja, zumindest versuchte er sich rauszureden. Doch abstruse Aktionen und krudes Gedankengut nutzen der so notwendigen Debatte über das Für und Wider aller Corona-Maßnahmen nichts, sie schaden ihr nur – und zwar massiv.

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