Kategorien
Kultur Migration & Flucht Sonstiges

Kommentar zur Attacke auf ein ZDF-Team

Mainz/Ganderkesee (ots/fs) – Sicherheitsleute als Begleiter von Journalisten: Das kannte man früher abseits von Kriegsschauplätzen allenfalls von absoluten Kriminalitäts-Hotspots. Und natürlich aus Sizilien, wegen der Mafia. Inzwischen brauchen Journalisten auch in Deutschland Begleitschutz.

Drei Sicherheitsleute hatte das Team der ZDF-“heute-show” zur Anti-Corona-Demo mitgenommen. Das sei mittlerweile Standard, sagt der Geschäftsführer der betroffenen Produktionsfirma. Der Schutz hat nichts genutzt, weil mittlerweile Teile der Gesellschaft Journalisten als Freiwild ansehen, das sie im Internet jagen und – wie nun geschehen – auch körperlich attackieren.

Im Zuge der Flüchtlingsdiskussion und einer von Hetze geprägten Diskussionskultur sind verbal Grenzen gefallen. Dieses Klima ist mitverantwortlich für Taten wie die in Berlin. Und es ist dann auch kein Unterschied, ob es sich um rechte oder, wie hier, offenbar um linke Extremisten handelt: Wer Journalisten angreift, weil sie ihren Beruf ausüben, greift einen zentralen Pfeiler unserer Demokratie an. Er ist ein Feind dieses Staates und muss mit aller Härte verfolgt werden.

Dass bei Tätern, die andere Menschen mit Metallstangen und Totschlägern attackieren, kein Haftgrund gesehen wird, lässt daran freilich Zweifel aufkommen. Die zweite Dimension dieses Falles: Die Anti-Coronaregeln-Demos sind Anlaufstelle für eine besonders krude und gefährliche Mixtur aus Links- und Rechtsextremen, Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern, Impfgegnern und sonstigen Verwirrten.

Da braut sich etwas zusammen. Ein Grund mehr für Journalisten übrigens, dort ganz genau hinzuschauen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.