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Lachgeschichten: Die Förster der AfD retten das Klima

Berlin/Ganderkesee (fs) – Unter dem Motto “Forst – Kultur – Heimat” hat die Bundestagsfraktion der rechtsextremistischen AfD am Montag ihr forst- und jagdpolitisches Leitbild vorgestellt. Der forstpolitische Hof-Berichterstatter und stellvertretende Vorsitzende der Rechtsextremisten im Deutschen Bundestag Peter Felser, erläutert die in zehn Kernforderungen zusammengefasste Strategie der rechten Fraktion für die Jagd und Forstwirtschaft der Zukunft.

In einer heutigen Pressemitteilung der AfD heißt es unter anderem:

In Anbetracht der absehbaren klimatischen Veränderungen auch in unseren Breiten treten die Fachpolitiker der AfD für die Entwicklung klimastabiler Mischwälder ein. Dabei sollen neben den gängigen Forstbäumen auch weitere Laub- und Nadelbaumarten einbezogen werden, die auch unter trockeneren Verhältnissen gedeihen. Die AfD-Fraktion setzt sich deshalb für zusätzliche Entwicklungsprojekte im Staatswald insbesondere bei Versuchspflanzungen und der Erzeugung und Verwendung hochwertigen Forstvermehrungsguts ein.

Also doch das Klima?

Jetzt also doch Klimaveränderungen bei der AfD? Vielleicht hätte man sich hier zunächst einmal mit den Klimaleugnern in den eigenen Reihen absprechen sollen. Man wird dort sicherlich schockiert sein, über so viel dümmliche Dreistigkeit von Klimaveränderungen zu sprechen. Das war ja bislang eine absolutes No-Go bei der von uns verkannten Alternative für das Deutsche Rei…, ach ne, sorry, etwas abgewichen.

Wobei man hat ja offen gelassen, ob die auf uns zu kommende Klimawende nun in den Augen der AfD von Menschen gemacht wurde. Nichtsdestotrotz werden sich die “Fach”politiker der AfD wie ein Bollwerk gegen das Klima stellen und ihm ein Schnippchen schlagen. Laub- und Nadelbäume müssen künftig einfach für Wüstenregionen geeignet sein in unseren Waldgebieten, dann läuft das schon. Pinienwälder statt guter deutscher Tanne: Es ist ja so etwas wie eine Kulturrevolution bei den Rechten. Positiv auf Migranten zu gehen, auch wenn es nur Bäume sind.

Wollt ihr die totale Digitalisierung des Waldes?

Weiter heißt es dann in der Pressemitteilung der rechtsextremistischen AfD:

Auch die Anwendung von innovativen Verfahren für Inventur und Forstplanung soll erforscht werden. Im Zuge der Digitalisierung sollen innovative Kommunikations- und Automatisierungstechniken insbesondere für die Verbesserung der Forst-Holz-Logistikkette genutzt werden. Um die damit verbundenen Potenziale zu nutzen, muss nach Ansicht der AfD-Forstpolitiker der ländliche Raum mit einem an die Erfordernisse angepassten Mobilfunknetz versorgt sowie kleine Unternehmen und innovative Start-Ups gezielt gefördert werden.

Hier wird nun deutlich, dass die AfD künftig zumindest gar keine Wälder mehr haben möchte, sondern ihr anscheinend reine Holz-Nutzflächen ausreichen. Hauptsache irgendwelche vorhandenen oder auch ersponnenden “Kommunikations- und Automatisierungstechniken” können zum Einsatz kommen, nachdem wir alle Bäume im Land digitalisiert haben und als Mobilfunkantennen missbrauchen werden. So stellt sich also die AfD den Wald 10.0 der Zukunft vor. Sponsoring by Microsoft und Huawei. Hoch lebe der Deutsche Wald.

Klärungsbedarf sieht der forstpolitische Sprecher Peter Felser allerdings bei der “Datenhoheit”: “Die im Rahmen der Digitalisierung generierten Daten dürfen nicht in den Besitz einzelner Hersteller kommen und damit Abhängigkeiten erzeugen.” Ja, Datenschutz ist wichtig, das lernt sogar schon der kleine AfD-Junge auf der Straße. Doch wie sieht es eigentlich mit dem NetzDG aus. Und bilden sich künftig neue Bündnisse? Sowie “Wir Bäume gegen Rechts”? Außerdem werden sich sicherlich aufgrund der neu zu erwartenden Digitalisierung des Deutschen Waldes ganz neue Berufsgruppen bilden. Wer braucht dann beispielsweise noch einen Online-Marketing-Manager. Nee, da muss dann der Woods-on-Demand-Marketing-Manager heran gezogen werden. Und schon bekämpfen wir auch noch gleich die Arbeitslosigkeit im Lande mit. Dafür spare ich mir das beispielsweise Holzfäller. Im Wald 10.0 der AfD wird dann alles der Netzwerkadministrator erledigen können.

Bei der AfD heißt es dann nur alles ein wenig anders. Erklärt direkt in der heutigen Pressemitteilung:

Um forstliches Fachwissen zu erhalten und wieder aufzubauen, muss angesichts des demographischen Wandels und der Überalterung des Personalbestands in vielen Staatsforsten, die auch auf die Strukturreformen und Reorganisationen der letzten Jahre zurückzuführen sei, muss nach Ansicht der AfD-Bundestagsfraktion der Staatswald durch vermehrte Einstellungen personell und organisatorisch verstärkt werden. Felser spricht sich zudem für die Schaffung von temporären Projektstellen aus, um dem demographischen Wandel zu begegnen.

Schuss, Peng, Lecker

Und wenn man dann denkt, so das war es dann aber, mehr Unfug kann nicht mehr kommen, drehen die von der AfD ja noch mal auf. Das weitere Bedürfnisse sind die Tiere des Waldes. Unter anderem führt Felser hierzu aus:

Die gezielte Entnahme von Wildtieren dient dabei nicht nur dem Erhalt und der Pflege eines ausgeglichenen Wildbestandes, sondern nicht zuletzt auch der Beschaffung eines ernährungsphysiologisch hochwertigen, regionalen Lebensmittels.

Davon einmal abgesehen, dass hier das ausgesagt wird, was heute bereits Realität ist, ist es aber neu, das man von der “Beschaffung” eines regionalen Lebensmittels spricht. Dazu zieht man sogar die Ernährungspsychologie heran. Wer mit dieser nun nicht viel anfangen kann, und der Autor dieses Artikels konnte es auch erst einmal nicht, der zieht Wikipedia heran. Dort heißt es einführend:

Die Ernährungspsychologie ist ein wissenschaftliches Fachgebiet, das Ernährungswissenschaft und Psychologie verbindet. Es ist in den 1970er Jahren entstanden. Ein Vertreter in Deutschland war der Ernährungswissenschaftler Volker Pudel. Im Mittelpunkt der Forschung stehen die biologischen und psychischen Mechanismen, die Hunger, Durst und Appetit auslösen und das Essverhalten von Menschen beeinflussen. Einige Ernährungspsychologen legen den Schwerpunkt auf die Erforschung von Genuss und Ekel.

Nach Pudel soll die Ernährungspsychologie zum Verständnis menschlichen Essverhaltens und gesundheitsschädlicher Varianten beitragen, die Wirkungen von Lebensmittelinhaltsstoffen auf die Psyche erforschen, aber auch Modelle entwickeln, die das Ernährungsverhalten der Bevölkerung im Sinne von „gesunder Ernährung“ beeinflussen.

Jetzt soll man keiner mehr sagen, die Rechtsextremisten der AfD würden sich nicht um das Deutsche Volk sorgen. Im Gegenteil, sie wird auch noch der oberste Berater der Jägerschaft. Und damit will ich nun nicht sagen liebes Jägervolk, dass ihr besonders dumm und anfällig für die Parolen der AfD seit. Das bitte nicht missverstehen. Doch gewähnt euch schon einmal daran, dass ihr künftig nicht mehr die Heger im Wald seit, sondern der Fleischbeschaffer für den regionalen Lidl oder Aldi. Immer brav die AfD wählen und der Ballerspass auf Tiere erhält ganz neue Dimensionen. Vor allem dort, wo es um private Jagdgebiete geht und heute schon zu viele Hobbyjäger nur aufgrund des Waffengenusses unterwegs sind.

Der Wolf

Die Besiedlung durch den Wolf erfordert nach Auffassung der AfD-Bundestagsfraktion ein “pragmatisches Wolfsmanagement”, das gegebenenfalls auch die Erlegung von verhaltensauffälligen Einzelexemplaren ermöglicht. Der Wolf solle in das Bundesjagdgesetz beziehungsweise in das Jagdrecht der Länder aufgenommen werden. Ähnlich wie im Rahmen der Rotwildhege sollten revierübergreifende regionale Wolfsmanagementpläne mit definierten Obergrenzen entwickelt werden.

Das sind erst einmal wesentlich moderatere Töne wie bei der Wolfsbeauftragten der Rechtsextremisten. Wir lachten gemeinsam im letzten August über Silke Grimm. Doch am Ende muss man einfach feststellen, dass es sich eben nur gut ließt. Der Wolf ist derzeit noch besonders schützenswert und darf daher nicht in das Bundesjagdgesetz aufgenommen werden. Auch sollte es nicht durch die Jägerschaft in einzelnen Ländern alleine entschieden werden, was mit verhaltensauffälligen Wölfen geschehen soll. Wenn dieses sich erst einmal durchsetzt, können wir den Wolf gleich zum Abschuss wieder frei geben und ausrotten. Es wäre ein leichtes, wenn es nach den Plänen der AfD geht, einen Wolf zu erlegen und sich den Standpunkt als Jäger zu nutze zu machen, dass dieses Tier verhaltensauffällig gewesen sei. Der erlegte Wolf wird sich sicherlich gut als Trophäe über den Kamin machen.

Das Fazit

Der AfD geht es nicht um unseren guten deutschen Wald. Auch nicht um die vielen Bambis im Wald. Ihr geht es nur darum in einem Revier nach weiteren Wählerstimmen zu wildern. Förster und vor allem Jäger sind eine perfekte Stammwählerschaft für die rechtsextremistische AfD. Mit ihrem zumeist ständigen Groll auf den Staat (in Bezug auf die Jagd oder auch im Zuge der Bösen-Wolf-Hysterie) sind sie ein leicht einzufangendes Opfer. Zumeist sind die Menschen in dieser Gruppe sowieso Erzkonservative.

Die Natur, die Wälder und die Tiere. Auch bei der AfD verkauft sich so etwas gut. Doch die Klima-Pamphlete der letzten Jahre können nicht so einfach vergessen gemacht werden. Im Grunde will die AfD dieses auch nicht, weil sich ja alles auf die Lehrer rechter Pseudo-Wissenschaftler beruft. Also am Ende: Alles beim Alten. Und wir Demokraten werden zu verhindern wissen, dass die Rechtsextremisten jemals Hand an unser Ökosystem anlegen dürfen.

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