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Lachgeschichten: Mitarbeiter der AfD-Bundestagsfraktion werden bedroht – Der Torsten geht um

Berlin/Ganderkesee (fs) – Pünktlich zum Wochenende kommt die rechtsextremistische AfD mit einer wirklich kruden Pressemitteilung und Geschichte um die Ecke. Man hat wieder einmal die perfekte Opferrolle für sich gefunden. Und schuld daran ist der Torsten.

Wie die AfD-Fraktion im Bundestag heute verlauten ließ, haben in dieser Woche mehrere Mitglieder des Bundestages der AfD-Fraktion Briefe ohne Umschläge über deren Postfächer im Bundestag erhalten, in denen ein fiktiver “Sebastian” als Mitarbeiter der AfD-Fraktion im “Gender-Sprech” aufgefordert wird, die Mitarbeit in der AfD-Fraktion aufzugeben. Begründet wird dies mit einer vorgeblichen Mitverantwortung der AfD-Abgeordneten am Amoklauf in Hanau. Der nicht gezeichnete und ohne Absender versehene Brief stammt von einem fiktiven “Torsten”. Daneben wurden Kopien dieses Briefes auch in den für alle im Bundestag Arbeitenden zugänglichen Kopierräumen und Poststellen aufgefunden. Für den Fall, dass der angesprochene fiktive Mitarbeiter seine Arbeit nicht aufgebe, wird ihm hierin mit drastischer Rhetorik klar gemacht, dass er dann der “Feind” des fiktiven Verfassers sei und es falsch dann wäre, zum Betroffenen “freundlich” zu sein. Der Sachverhalt ist bereits der Bundestagspolizei gemeldet.

So so, liebe AfD. Also ein fiktiver “Sebastian” wird von einem fiktiven “Torsten” belästigt. Wahrscheinlich ist es nicht so weit hergeholt, wenn wir sagen, dass er also fiktiv “belästigt und bedroht” wird. Das ist ja natürlich auch ein schweres los. Alle hacken nur auf Euch wahren und standhaften Demokraten rum, nur weil Ihr Tag für Tag als wahre Bürgerliche Euch damit beschäftigt Menschen gegen einander aufzuwiegeln, Hass zu verteilen und das Land spalten wollt. Ja, das ist ein schweres Los. Und irgendwie versteht Euch ja auch keiner. Und nun das: Da werden aufrichtige fiktive Mitarbeiter von fiktiven Tätern bedroht!

Aber wer nun denkt, die AfD geht völlig in ihrer Opferrolle auf, der hat sich nun aber getäuscht, denn die AfD hat ihn, den Sicherheitsbeauftragten der Fraktion, der nebenher noch als parlamentarischer Geschäftsführer tätig ist, den Komning, den Enrico. So heißt er: Enrico Komning. Und er hat nun aber mal auf den Tisch gehauen:

Enrico Komning von der AfD. Der Sicherheitsbeauftragte der AfD-Fraktion im Bundestag. Fiktion oder echt? / Foto: Foto: Sven Teschke / Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 de, 2017-05-18 – Enrico Komning – 1432, CC BY-SA 3.0 DE

Nachdem AfD-Abgeordnete und Parteimitglieder in den letzten Monaten und Jahren nicht nur verbale Entgleisungen sondern auch aktive Gewalttaten gegen Leib und Leben sowie gegen Büros, Einrichtungen, Wohnungen und Privathäuser und Autos hinnehmen mussten, sollen nun auch die Mitarbeiter der AfD-Fraktion eingeschüchtert werden, um die parlamentarische Arbeit der AfD-Bundestagsfraktion zu behindern. In perfider Weise werden nun von vermutlich linksextremen Kräften im Bundestag Anfeindungen und Drohungen ausgesprochen, wenn die Mitarbeiter nicht ihre Arbeit für die Fraktion aufgeben. Erhöhte Relevanz hat dieser Umstand insbesondere deshalb, weil solche Drohungen nun nicht nur im öffentlichen Raum, sondern direkt im Herz des Parlamentarismus, in den an sich sicheren Häusern des Bundestages stattfinden. Wenn sich die Abgeordneten und insbesondere die Fraktionsmitarbeiter selbst in den Räumlichkeiten des Bundestages nicht mehr sicher fühlen können, beeinträchtigt dies nicht nur den parlamentarischen Betrieb sondern stellt dies einen eklatanten Eingriff in die Ausübung demokratischer Rechte dar. Es ist an der Zeit, diesen antidemokratischen Kräften das Handwerk zu legen und der Öffentlichkeit klar zu machen, dass es nicht die AfD ist, die den demokratischen Diskurs und parteipolitischen Wettstreit beeinträchtigt, sondern jene linkradikalen Kräfte, die sich offensichtlich auch schon in den Räumlichkeiten des Bundestages eingenistet haben. Wir werden es nicht zulassen, dass Angestellte und Mitarbeiter unserer Fraktion nun ebenfalls zur Zielscheibe von Bedrohungen und möglicherweise tätlichen Angriffen am Arbeitsplatz werden. Deshalb werden wir die Angelegenheit nicht nur parlamentarisch im Ältestenrat thematisieren, sondern auch strafrechtliche Schritte einleiten und Strafanzeige gegen den unbekannten Verfasser des Schreibens stellen.

Enrico Komning in der heutigen Pressemitteilung der AfD-Fraktion im Bundestag

Der Täter ist also ausgemacht. Es sind die Linksextremen im Bundestag, also alle Bundestagsabgeordneten und ihre Mitarbeiter mit Ausnahme derer, die der FDP oder der WerteUnion und dem Dunstkreis von Möchtegernkanzler Friedrich Merz angehören.

Ein Eingriff ist es in die demokratischen Rechte. Ausgeführt gegen die AfD durch die antidemokratischen Kräfte im Bundestag. Lieber Herr Komning, irgendwie scheinen Sie nun vieles durcheinander zu bringen. Sie pochen also auf die demokratischen Rechte für Ihre rechtsversiffte Partei, die diese ja jeden Tag demontiert. Ihnen ist es anscheinend entgangen, dass Ihre Partei die Demokratie dieses schönen Landes, meines Landes, sicherlich nicht Ihres Landes, täglich mit Füßen tritt.

Da kommt bei uns die Frage auf, sind Sie überhaupt Mitglieder der AfD und noch viel wichtiger, sind Sie überhaupt Sie? Oder sind Sie der fiktive “Enrico” einer fiktiven “demokratischen Partei”, die wir aus dem Grunde noch gar nicht kennen?

Letztendlich bleibt ein Frage für uns übrig: Wie wollen die Rechtsextremisten der AfD nun eine fiktive Person vor dem Ältestenrat des Bundestages thematisieren? Oder handelt es sich am Ende gar um einen fiktiven Rat in einem fiktiven Parlament in einem Land zu Zeiten der Braunhemden?

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