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Migration & Flucht

Land unterstützt erneut Flüchtlingsprogramme der Universität des Saarlandes und HTW Saar

Saarbrücken/Ganderkesee (fs) – Die Universität des Saarlandes war vor fünf Jahren eine der ersten Hochschulen bundesweit, die ein spezielles Förderprogramm für Flüchtlinge aufgelegt hat. Seitdem konnten an der Universität sowie der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) rund 300 Studierende einen studienqualifizierenden Abschluss erwerben. An der Universität nahmen jedes Jahr rund 150 Studierende an den speziellen Programmen teil, an der HTW waren es rund 50. Künftig sollen Studierende aus Krisenländern nicht nur vor und zu Beginn des Studiums unterstützt werden, sondern auch beim Einstieg in die Berufswelt.

Für diese Maßnahmen der Integration in Studium und Beruf stellt die Landesregierung weitere 200.000 Euro zur Verfügung. Zusätzliche Fördermittel kommen vom Bundesbildungsministerium und DAAD.

Unter dem Eindruck der hohen Flüchtlingszahlen vor allem aus Syrien entschloss sich die Universität vor fünf Jahren, schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten und talentierten jungen Flüchtlingen eine Perspektive zu bieten. Offiziell anerkannte Flüchtlinge, die Interesse und Vorbildung für ein Studium mitbrachten, aber fluchtbedingt keine Zeugnisse mehr hatten, konnten über eine besonderen Eingangstest auf das Studium eines zulassungsfreien MINT-Fachs (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) hingeführt werden. Zudem erhielten viele Flüchtlinge sprachliche und fachliche Unterstützung über mehrere Semester, um einen studienqualifizierenden Abschluss zu erwerben. Anfangs wurde dieses Programm von dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie (ME Saar) gefördert, um dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken. Vor vier Jahren konnten dann im Projekt „IntegraSAAR plus für Studienerfolg“ gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes die Fördermittel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (Programmlinien „Integra“ und „Welcome“) mit der Landesförderung verknüpft werden.

Insgesamt 300 Studierende dieser speziellen Programme der Saar-Universität waren erfolgreich. 218 von ihnen, die ein dem Abitur vergleichbares Abschlusszeugnis vorweisen konnten, legten die „Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang“ (DSH-Prüfung) ab, weitere 84 konnten durch die sogenannte Feststellungsprüfung, mit der auch Fachwissen nachgeholt wird, die Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Parallel dazu wurden als Pilotprojekte an der Universität das Vorbereitungsstudium VSiMint und an der HTW das Vorbereitungsstudium INGprep eingeführt, das Studierenden auch ohne anerkannte Hochschulzugangsberechtigung oder bereits vorhandene Deutschkenntnisse den Einstieg in ein MINT-Studienfach ermöglicht. Diese Form des Studieneinstiegs soll zu einer besseren Integration beitragen und dem Mangel an ausgebildeten Fachkräften in wichtigen Wirtschaftsbereichen im Saarland entgegenwirken.

Die aufeinander abgestimmten Programme, die auch bei Alltagsfragen und der sozialen Integration der Flüchtlinge Hilfe leisten, sollen nun fortgeführt und den neuen Herausforderungen angepasst werden. Dies wird nötig, da im Wintersemester 2018/19 im Vergleich zum Beginn der Programme an beiden Landeshochschulen zusammmen mit 422 Personen bereits über viermal so viele Studierende alleine aus Syrien im Fachstudium immatrikuliert waren, mit steigender Tendenz. Die Studierenden sollen zum einen noch intensiver in der Studieneingangsphase unterstützt werden, damit sie auch die fachlichen und organisatorischen Herausforderungen eines Hochschulstudiums meistern. Darüber hinaus soll den Studierenden, die eine Praktikumsstelle suchen oder demnächst ihr Studium erfolgreich abschließen werden, beim Einstieg in das Berufsleben geholfen werden. Hierfür werden die Studierenden vor der Bewerbung gecoacht und Praktikumsplätze in Unternehmen der Region akquiriert. Kontaktveranstaltungen wie zum Beispiel Firmenbesuche sollen Studierende und Unternehmen einander näher bringen und letztendlich die gut ausgebildeten Fachkräfte im Saarland halten.

Die Erfahrungen aus den speziellen Flüchtlingsprogrammen sollen für weitere Studierende im Saarland genutzt werden, die ebenfalls aus Krisenregionen kommen. Der Aufenthaltsstatus internationaler Studierender wird bei der Einschreibung zwar nicht erfasst wird, dafür jedoch die Staatsangehörigkeit. Neben dem sehr starken Anstieg syrischer Studierender in den letzten Jahren verzeichnen auch andere Krisenregionen wie Afghanistan und Ägypten deutliche Zuwächse. Insgesamt ist die Zahl von Studierenden aus Krisenländern konstant hoch und lag im vergangenen Wintersemester bei 979 an der Universität des Saarlandes und 495 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Sie sollen nun auch von Deutschkursen und der fachlichen Vorbereitung auf ein Hochschulstudium profitieren und nach Studienbeginn bei weiteren Herausforderungen unterstützt werden. Dafür stellt die Landesregierung der Universität und HTW weitere 200.000 Euro für ein Jahr zur Verfügung.

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