Degenfechterin Alexandra Ndolo, Olympischer Fechtclub in Bonn, 2019. / Foto: Micha Neugebauer

Literatur-Tipp: “GER – many are one” / Was ist “Deutschsein”, was “typisch deutsch”?

Daun/Bremen (fs) – Was ist „Deutschsein“, was „typisch deutsch“? Auf der Suche nach Antworten haben der Fotograf Micha Neugebauer und der Autor Wolf Schmidt 15 Sportlerinnen und 15 Sportler des deutschen Nationalkaders getroffen, die ihre Wurzeln in Deutschland und auch in anderen Ländern haben.

Handballer Patrick Wiencek, Turnverein Hassee-Winterbek in Kiel, 2020. / Foto: Micha Neugebauer

Was ist „Deutschsein“, was „typisch deutsch“? Diese Themen sind am Ende nur Vorboten der eigentlichen Frage: Was für Menschen wollen wir sein? Auf der Suche nach Antworten haben der Fotograf Micha Neugebauer und der Autor Wolf Schmidt 15 Sportlerinnen und 15 Sportler des deutschen Nationalkaders getroffen, die ihre Wurzeln in Rumänien, dem Iran, Polen, Amerika, Kasachstan, Griechenland, Nigeria, Argentinien, Österreich, der Türkei, dem Senegal, Togo, Kenia, China, Italien und natürlich Deutschland haben.

„GER – many are one | Typisch deutsch im Spitzensport” erscheint am 15. Juli 2021 in der Edition Bildperlen. / Foto: www.bildperlen.de

In dem Buch „GER – many are one. Typisch deutsch im Spitzensport” veranschaulichen die Autoren am Beispiel des Spitzensports, dass Deutschlands Bevölkerung ihre Wurzeln in vielen Teilen der Welt hat und Deutschsein keine Frage des Aussehens ist. Sie zeigen, dass die deutsche Gesellschaft an ihren Werten festhalten und gleichzeitig offen sein kann für Vielfalt und neue Einflüsse.

Schwimmer Florian Wellbrock, Sportclub Magdeburg e.V., 2019 / Foto: Micha Neugebauer

90 Schwarz-Weiß-Fotografien von Micha Neugebauer zeigen die Sportlerinnen in ihrem Umfeld: Von viel Raum umgeben, allein und für sich. Für die Beobachter ist es so, als seien sie mit in diesem Raum, unsichtbar und mitfühlend, als stünden sie selbst in der Fechthalle, an der Elbe oder am Strand. Die Porträts dagegen springen nach vorne, klare Blicke wenden sich direkt an den Betrachter, als würden sie fragen: „Bist Du bereit?” Leistungssportlerinnen demonstrieren, wozu Menschen fähig sind, erkunden Grenzen und holen stellvertretend für uns Zuschauer Medaillen. Manchmal scheitern sie und wir nehmen Anteil. Oder wissen alles besser, vom Sofa aus. Mit Spitzensportler*innen macht der Breitensport mehr Spaß.

Ruderin Carlotta Nwajide, Deutscher Ruder-Club von 1884, Hannover, 2019 / Foto: Micha Neugebauer

Vertreten sind neunundzwanzig olympische Sportarten, darunter auch Surfen, Bouldern und Streetskateboarding. Wolf Schmidt hat die Gespräche geführt und aufgeschrieben, was seine Interviewpartner*innen zu sagen hatten in Bezug auf Diskriminierung und Zugehörigkeit, Weltverbesserung und Zukunftsträume, schmerzliche Erfahrungen und große Triumphe. So sind eindrucksvolle Lebensgeschichten entstanden, die die Wirkung der Bilder vervollständigen.

Der Fotograf Micha Neugebauer (links) und der Autor Wolf Schmidt (rechts). / Foto: Claudia Engler

Mit: Christina Faber, Carlotta Nwajide, Andreas Toba, Ruth Sophia Spelmeyer- Preuß, Tobias Preuß, Nadine Apetz, Florian Wellbrock, Alexandra Ndolo, Selin Oruz, Noah Lia Klapp, Mateusz Przybylko, Jonathan Horne, Han Ying, Elisabeth Brandau, Anna Schell, Hannah Meul, Kimberly Drewniok, Maodo Lô, Alex Mizurov, Stefan Bötticher, Yvonne Li, Patrick Hausding, Philipp Buhl, Cedric Rieger, Justus Nieschlag, Patrick Wiencek, Sideris Tasiadis, Raphael Holzdeppe, Giovanna Scoccimarro, Sara Doorsoun.

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