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Literaturnobelpreis: Literarisches Schaffen Vorbild für Rechtsextremisten, Ultranationalisten und Neofaschisten

Göttingen/Ganderkesee (fs) – Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den Rückzug der Schriftstellerin Gun-Britt Sundström aus dem Literaturnobelpreis-Komitee begrüßt. “Dieser Schritt zollt den Genozidopfern von Srebrenica, die der diesjährige Preisträger Peter Handke so tief verletzt hat, Respekt. Wir danken Frau Sundström für ihren Entschluss und dafür, dass sie ihre moralische Integrität öffentlich beweist”, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in Göttingen.

Die Schriftstellerin hatte ihren Rückzug am Montag bekannt gegeben und unter anderem damit begründet, dass Handke zum Literaturnobelpreisträger 2019 ausgewählt wurde. Auch der Schriftsteller Kristoffer Leandoer scheidet aus dem Gremium aus. Ihm ging der Veränderungsprozess bei der Schwedischen Akademie nach dem Skandaljahr 2018 nicht schnell genug.

Die Glaubwürdigkeit des Nobelkomitees ist tief erschüttert. Es hat sich mit der Wahl Peter Handkes einen Bärendienst erwiesen, denn es hätte erkennen müssen, dass sein literarisches Schaffen Vorbild für Rechtsextremisten, Ultranationalisten und Neofaschisten werden könnte.

Aus der heutigen PM der GfbV

Handke habe nach Auffassung der GfbV seine Worte zu Waffen gegen die bosnischen Opfer gemacht und Verbrechen serbischer Soldaten und paramilitärischer Einheiten in seinen Schriften in Frage gestellt oder verständnisvoll relativiert. So habe er auch in die Wahrheitssuche nicht nur des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, sondern auch von Augenzeugen, Experten und Journalisten eingegriffen.

Gemeinsam mit verschiedenen Organisationen von Überlebenden serbischer Gräueltaten im Bosnienkrieg fordert die GfbV von dem österreichischen Autor, sich bei den Völkermordopfern in Bosnien zu entschuldigen und sich von dem verbrecherischen Regime des serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic zu distanzieren. Handke leugnet nicht nur den Genozid. Er hatte auch schon während des Bosnienkrieges mit verschiedenen Schriften, aber auch einem Besuch bei dem in Den Haag als Kriegsverbrecher angeklagten und inhaftierten Serbenführer Verständnis für seine vernichtende Politik signalisiert.

Bild: nst.com

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