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NSU 2.0: Serie von Drohmails, bis hin zu Bombendrohungen

Eine Anwältin erhielt Drohmails vom “NSU 2.0”. Einem Medienbericht zufolge gibt es eine Serie solcher Schreiben, bis hin zu Bombendrohungen. Betroffen sind Politiker, Anwälte, Journalisten – und auch Helene Fischer.

Dutzende E-Mails, unterzeichnet mit “Nationalsozialistische Offensive”, “NSU 2.0” oder “Wehrmacht”: Es gibt offenbar eine bundesweite Serie mutmaßlich rechtsextremer Gewaltdrohungen gegen Politiker und andere öffentlich herausgehobene Personen. Es gehe um mehr als hundert verschickte E-Mails, berichteten die “Süddeutsche Zeitung” und der NDR. Darunter seien auch Bombendrohungen.

Auch Helene Fischer hat anscheinend Drohmails bekommen. Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von abhijay achatz

Die persönlich adressierten Schreiben seien von unterschiedlichen Mailkonten verschickt worden, in der Wortwahl aber so ähnlich, dass die Ermittler einen Zusammenhang vermuteten, hieß es. Es gehe gegen Politiker, Anwälte, Journalisten, den Zentralrat der Juden – aber auch die Sängerin Helene Fischer, die sich nach den rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz kritisch geäußert hatte. Ob dahinter jedoch stets dieselben Personen steckten oder auch Trittbrettfahrer, sei unklar.

Eine Mail sei am Dienstag bei der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) eingegangen, hieß es in den Berichten. Das Schreiben sei mit “Nationalsozialistische Offensive” unterzeichnet gewesen und habe die Ankündigung enthalten, künftig Briefbomben zu verschicken und Bürger auf offener Straße zu exekutieren. Man verfüge über Sturmgewehre, Pistolen und biologische Kampfstoffe.

Räumungen nach Bombendrohungen

Wegen Bombendrohungen in einigen Mails wurden am Montag der Hauptbahnhof Lübeck sowie am Dienstag das Finanzamt Gelsenkirchen vorsorglich geräumt es. Mindestens 15-mal sollen seit Dezember Bombendrohungen mit dem Absender “Nationalsozialistische Offensive” auch bei Gerichten oder Justizzentren eingegangen sein – unter anderem beim Oberlandesgericht München, dem Oberlandesgericht Bamberg, der Staatsanwaltschaft in Frankfurt, aber auch beim Flughafen Hamburg. Bei Durchsuchungen seien aber bisher keine Bomben gefunden worden, hieß es.

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