Die Sprache ist ein wichtiger Baustein für eine bessere Integration. / Foto: Initiative D21 ist lizenziert unter CC BY 2.0

Nur 59,2 Prozent der Zuwanderer bestehen Sprachtest – AfD wettert wie immer

Osnabrück/Bremen (ots/fs) – Immer häufiger bestehen Zuwanderer den Deutschtest am Ende des Integrationskurses nicht. Während im Jahr 2015 noch 72,6 Prozent der Testteilnehmer den Integrationskurs, der aus einem Sprach- und einem Orientierungskurs besteht, erfolgreich abschlossen, sind es im ersten Halbjahr dieses Jahres 59,2 Prozent. Die Quote lag seit 2016 stets bei über 60 Prozent. Unter Jugendlichen sank die Erfolgsquote von 2015 von 83,6 Prozent auf 63,5 Prozent im Jahr 2019. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des sozialpolitischen Sprechers der AfD-Fraktion im Bundestag, René Springer, hervor, die der NOZ vorliegt.

Demnach haben seit 2010 1,2 Millionen Menschen an den Kursen teilgenommen. Man kann den Test wiederholen oder auch mit einem niedrigeren Niveau als der erforderlichen Stufe B1 abschließen. Die Kosten für die Kurse, darunter auch Frauenkurse und Alphabetisierungskurse, lagen von 2010 bis 2020 bei insgesamt 4,6 Milliarden Euro.

“Es ist nicht akzeptabel, dass milliardenschwere steuerfinanzierte Integrationsangebote massenhaft ins Leere laufen. Die hohen Durchfallquoten der vergangenen Jahre zeigen, dass vielen Migranten die notwendige Lernkultur oder der Integrationswille fehlt. Ziel muss es sein, Zuwanderung so zu steuern, dass sie einen erkennbaren Mehrwert für unsere Gesellschaft bringt”, kommentierte der AfD-Abgeordnete Springer die Zahlen in der NOZ mit der AfD-typischen Verunglimpfung bei Thema Zuwanderung.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hat sich die Quote der B1-Absolventen wegen der veränderten Teilnehmerstruktur seit der Flüchtlingskrise 2015/2016 verringert. “Es haben zuletzt also viele Zugewanderte mit geringerer Vorbildung und großer kultureller und linguistischer Distanz an den Integrationskursen teilgenommen”, sagte ein Sprecher. Aus der Gruppe der Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive hätten fast eine halbe Million Anträge auf Zulassung zur freiwilligen Teilnahme am Integrationskurs aus eigener Initiative gestellt. Dies zeige aus Sicht des Bundesinnenministeriums “sehr deutlich, dass seitens der Zugewanderten ein großes Interesse am Erwerb der deutschen Sprache besteht”.

Ein Kommentar

  1. Der digitale Unterricht klappt bereits an normalen Schulen nicht. In den Integrationsklassen fehlt es an Ausstattung, Material, Voraussetzungen. Und pandemiegemäß Gesprächspartner, mit dem die Srachkenntnisse verfestigt werden könnten. Viele Zugewanderte können nicht mit den digitalen Medien umgehen – übrigens ein Problem, was auch Deutsche betrifft. Es ist also nicht mangelndes Interesse der Migranten zum Spracherwerb, sondern auch der jetzigen Situation geschuldet. Und was die AfD betrifft: Würde vorschlagen, dass etliche von ihnen den Test machen. Was man in den sozialen Medien so an Beiträgen sieht, würden gewiss etliche AfDler den Test auch nicht bestehen.

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