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Razzia bei Jens Wilke: Mitglied einer kriminellen Vereinigung?

Razzia bei Jens Wilke: Der ehemalige Europawahlkandidat für die rechten Republikaner, NPD-Landratskandidat und Gründer des rechtsextremen „Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen“ steht unter Verdacht, Mitglied einer kriminellen Vereinigung zu sein.

Erneut hat die Polizei das Haus von Jens Wilke in der Gemeinde Friedland durchsucht. Der Gründer des rechtsextremen, so genannten „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ und zuletzt Kandidat der rechten Republikaner für die Europawahl 2019 steht im Verdacht, mit weiteren Beschuldigten eine kriminelle Vereinigung zu bilden.

Datenträger bei Wilke beschlagnahmt

Martin Zschächner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, die am Dienstag länderübergreifend gegen mehrere Mitglieder der rechten Szene vorgegangen war, bestätigte gegenüber dem Tageblatt die Hausdurchsuchung bei Wilke. Es seien bei Wilke „Datenträger“ beschlagnahmt worden. Diese, so Zschächner, würden nun ausgewertet. Wie lange die Ermittlungen dauern, ließ er noch offen.

Am frühen Dienstagmorgen hatten Spezialeinheiten die Wohnungen von sechs mutmaßlichen Rechtsextremen in Ostthüringen, Sachsen und Niedersachsen durchsucht. Nach den bisherigen Ermittlungen verfolgten die Beschuldigten das Ziel, rechtsextremistische Kameradschaften überregional zu vernetzen und zu etablieren. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen insgesamt zehn Beschuldigte. Drei von ihnen saßen bereits vor der Razzia in Untersuchungshaft.

Der Einsatz am Dienstag stehe in Verbindung zu Ermittlungen gegen den Greizer Stadtrat David Köckert, bestätigte Staatsanwalt Zschächner. Gegen Köckert, der mit einer kurzen Unterbrechung seit Ende Oktober im Gefängnis sitzt, hat die Geraer Behörde wegen schwerer räuberischer Erpressung und Beleidigung Anklage erhoben. Schon im vergangenen Oktober waren bei Köckert Privat- und Geschäftsräume durchsucht worden.

Live-Stream auf Facebook

In einem Live-Stream auf der Facebook-Seite „Volksbewegung Info“ informierte Wilke über die Razzia und die Beschlagnahmung von Computern, Notebooks und Handys. Wilke forderte dazu auf, ihn und „Thügida“-Mitglied Alexander Kurth, dessen Wohnung ebenfalls durchsucht wurde, aus den Gruppen und Listen in den sozialen Medien zu entfernen und nicht darüber zu kommunizieren, „weil die Damen und Herren Schnüffler natürlich sich jetzt nur freuen, noch weitere Kontakte sammeln zu können“.

Bild: Screenshot Twitter

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