Sa. Jan 25th, 2020

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Staatsstreichorchester: Mordaufrufe gegen Katharina Schulze (Grüne) und Georg Restle

Wieder einmal sind zwei neue Mordaufrufe des Staatsstreichorchesters verfasst worden. Uns erreichten die Emails heute gegen ein Uhr Nachts und gegen zwölf Uhr Mittags. Die Rechtsextremisten wollen ihre Todesliste nun um zwei Persönlichkeiten erweitert haben. Zum einen Katharina Schulze (Grünen-Politikerin) und zum anderen Georg Restle (Journalist, den meisten wohl aus dem ARD-Politmagazin “Monitor” bekannt).

Georg Restle, Journalist

Georg Restle, Journalist / Bild: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Georg Restle ist den meisten wohl am besten aus dem Fernsehen bekannt. Als Leiter des ARD-Politmagazins “Monitor” ist er eine verlässliche Größe in unserem Land für einen kritischen und durchdachten Journalismus. Ob der Mordaufruf vom Staatsstreichorchester von heute etwas mit der rechtsextremistischen Morddrohung von heute gegen Restle im Zusammenhang steht konnte bislang nicht geklärt werden.

In der eMail zu Georg Restle heißt es:

Lieber Georg,
auch du linksgrünversiffter Untermensch hast es nun auf unsere Todesliste geschafft:
ob://link-wird-durch-uns-nicht-veröffentlicht
(die Anleitung dazu wie du auf unsere Plattform zugreifen kannst, findest du in den weitergeleiteten E-Mails)
Wir sind der Bitte eines patriotischen Politikers, einem Bewahrer des Abendlandes, nachgekommen.
Es ist an der Zeit, die Redaktionen der Lügenpresse zu säubern und nach Lübcke wäre es gut, wenn es dich und deine Kollegen als nächstes trifft.
Wir werden dafür sorgen, dass jeder Journalist, der linkes Gedankengut verbreitet und andere damit indoktriniert, ermordet wird.
Sieg Heil und Heil Hitler!

Email des Staatsstreichorchesters

Die Frage die sich nun ergeben dürfte ist die, von welchem “patriotischen Politiker” hier die Rede ist. Ist es lediglich eine an den Haaren herbeigezogene Floskel um Stärke zu suggerieren? Oder aber ist es rechtsextremistischer Fakt. Zumindest ist bekannt, dass Georg Restle sich im Visier der rechtsextremistischen AfD befindet.

Alle Journalisten

Es ist aber noch mehr, denn es wird zum offenen Hass gegen Journalisten aufgerufen. Wenn das Staatsstreichorchester gerne auch immer wieder von Journalisten spricht, die sich in den Augen der Rechtsextremisten der linken Seite anbiedern, so weiß man doch, dass eher fast alle Journalisten gemeint sind.

Der Hass gegen eine kritische oder objektive Berichterstattung ist typisch für Rechtsextremisten, Rassisten und Faschisten. Eben nicht zu vergleichen mit dem Verhalten gegenüber den Medien beispielsweise in einer Autokratie oder Diktatur. Hier erwartet man eher die Gleichschaltung der Medien. So zum Beispiel Putin. Und das ist beipielsweise auch nicht das Streben der AfD. Nein, Rechtsextremisten können in ihrem kruden Gedankengut anscheinend ganz gut ohne die Medien. Selbst rechte Medien würden es auf Dauer schwer unter ihnen haben.

Um so wichtiger ist es, dass wir Journalisten, wie beispielsweise auch Georg Restle, haben, die bereit sind sich für eine objektive und kritische Berichterstattung zurück zu stellen und sich nicht einschüchtern lassen, auch wenn sie manchmal sicherlich allen Grund dafür haben. Hierfür müssen wir als Gesellschaft und Demokratie dankbar sein, auch wenn uns die eine oder andere Berichterstattung nicht gefällt. Eine freie Presse gehört zu unseren höchsten Gütern in diesem Land und ist zu schützen. Auch von der demokratischen Gesellschaft.

Katharina Schulze, Grünen-Politikerin

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag / Foto: Andreas Gregor

Die Grünen-Politikerin Katharina Schulze (34) aus Bayern, befindet sich nun also auch auf der Todesliste des Staatsstreichorchesters. Die junge Politikerin ist die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag. Ihr Fachgebiet ist die Innenpolitik. Und sie steht wie keine andere in Bayern auch für das grüne Konzept der Innenpolitik.

Vor zwei Tagen forderte Schulze noch in einer Pressemitteilung, die Hintergründe der Todeslisten von Nordkreuz und Südkreuz aufzuklären. Unter anderem heißt es dort:

Der rechtsextremen Gefahr muss endlich konsequent entgegengetreten werden. Es ist die dringende Aufgabe der Regierung, die Bürgerinnen und Bürger zu schützen und daher den rechten Terror in die Schranken zu weisen, innere Sicherheit zu gewährleisten und Transparenz zu schaffen.

Katharina Schulze (Grüne) in Ihrer Pressemitteilung vom 17.07.2019

Durch Ihre gerade und nicht verrückbare Haltung gegenüber Rechts ist sie nun auch auf der Todesliste vom Staatsstreichorchester.

Der Tag X

In letzter Zeit ließt man viel vom Tag X und es wird wild bis krude darüber diskutiert. Vor allem die Social-Media-Kanäle sind voll mit Nachrichten zu diesem Thema.

Gibt es den Tag X? Wahrscheinlich und unter größter Vorsicht gesagt: Ja. Es wäre eigenartig, wenn sich in den rechtsextremistischen Netzwerken nicht darüber abgestimmt wird. Der Tag X kann aber vieles bedeuten. Und der Tag X ist mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mit einer von den Rechtsextremisten gewünschten Durchschlagskraft durchführbar, da man gar nicht die intelligenten Kräfte in der Vielzahl hat, wie man sie benötigen würde.

Am Ende ist alles nur ein Kriegsspiel in den Köpfen der Rechtsextremisten. Ob es nun kleinere oder größere Splittergruppen gibt, die eventuell eigene Ziele forcieren scheint völlig offen.

Der Tag X ist keine Verschwörungstheorie. Er wird kommen. Aber er wird unserer Demokratie kaum (wenn überhaupt) Schaden können. Und mit dem rechtsmotivierten Anschlag auf das Oktoberfest haben wir bereits schon einmal einen Tag X gehabt. Die ermittelnden Behörden, der Staats- und Verfassungsschutz sollten also dieses mal die Zeichen wesentlich früher erkennen.

Frank Schurgast

Titelbild: Staatsstreichorchester

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