Svenja (Jella Haase ), Marisa (Alina Levshin) im Spielfilm "Kriegerin", einer schonungslosen Milieustudie über die rechte Jugendkultur. / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

TV-Tipp: Film ab gegen Rechtsextremismus

Mainz/Bremen (fs) – Rechte Gewalt ist in Deutschland ein wiederkehrendes Übel. Die Reihe „Film ab gegen Rechtsextremismus“, die das ZDF im Rahmen des „Kleinen Fernsehspiels“ zeigt, ist auf traurige Weise stets aktuell.

Wir sind jung. Wir sind stark.

Foto: ZDF und Yoshi Heimrath

Rostock-Lichtenhagen, 24. August 1992: Stefan, Robbie und ihre Clique zieht es zum “Sonnenblumenhaus”, dem Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter. Davor versammelt: ein aufgeheizter Mob.

Leroy

Foto: ZDF und David Baltzer

Leroy ist 17 Jahre alt, deutsch – und schwarz. Das einzig “Coole” an dem Cello spielenden Berliner Musterschüler ist sein Afro. Als sich die süße Eva in ihn verguckt, wird es kompliziert. Evas Familie ist ziemlich rechts, ihre…

Die Arier

Foto:  ZDF und Yoliswa von Dallwitz

Die afrodeutsche Filmemacherin Mo Asumang sucht nach den Ursprüngen des Arier-Begriffs und wie er bis heute von Rechtsextremen in Deutschland und den USA missbraucht wird.

Kriegerin

Foto: ZDF und Alexander Janetzko

Jung, weiblich, rechtsradikal. Marisa ist Teil einer Jugendclique der rechtsextremen Szene in einer ostdeutschen Kleinstadt.

Wir sind jung. Wir sind stark.

Tabor (Jakob Bieber, l.) und Robbie (Joel Basmann, r.) stürmen aus der protestierenden Menge heraus Richtung Polizei und Sonnenblumenhaus. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath

Rostock-Lichtenhagen, 24. August 1992: Stefan, Robbie und ihre Clique zieht es zum “Sonnenblumenhaus”, dem Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter. Davor versammelt: ein aufgeheizter Mob.

Die Polizeikräfte ziehen sich angesichts der eskalierenden Zustände zurück. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath

Schon seit Tagen gibt es Proteste gegen die benachbarte Asyl-Aufnahmestelle. Schließlich fliegt der erste Molotowcocktail. Während die Menge Beifall klatscht, kämpfen im Haus die Vietnamesin Lien, ihr Bruder und ihre Schwägerin um ihr Leben.

Lien (Trang Le Hong) arbeitet als vietnamesische Vertragsarbeiterin in einer Wäscherei in Rostock. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath
Nachdem Martin (Devid Striesow) vom Einsatzleiter der Polizei für sein Zögern kritisiert wurde, scheint er sein Handeln zu überdenken. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath
Tabor (Jakob Bieber, l.), Stefan (Jonas Nay, 2.v.l.), Goldhahn (Paul Gäbler, 3.v.l.), Robbie (Joel Basmann, 2.v.r.) und Jennie (Saskia Rosendahl, r.) ziehen zu den Protesten vor dem Sonnenblumenhaus. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath

Der Spielfilm “Wir sind jung. Wir sind stark.” erzählt aus verschiedenen Perspektiven von den Ereignissen des 24. August 1992, die auf unheimliche und erschreckende Weise aktuell erscheinen. In einer verödeten Wohnsiedlung hängen die Jugendlichen herum und wissen nichts mit sich anzufangen. Tagsüber gelangweilt, harren sie der Nächte, um gegen Polizei und Ausländer zu randalieren. Auch Stefan, Sohn eines Lokalpolitikers, streift mit seiner Clique ziellos durch die Gegend. Es brodelt, aber immer nur bis kurz vor dem Siedepunkt. Ohne Job und eine Aufgabe finden die Freunde immer nur sich selbst als Ziel kleinerer und großer Grausamkeiten. Liebe ist austauschbar, Freundschaft und Loyalität sind nur Beiwerk einer aufgesetzten Ideologie.

Martin (Devid Striesow) ist ein ehrgeiziger Lokalpolitiker, der auch aufgrund seines Sohnes, Stefan, zwischen die Fronten gerät. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath

Auch Lien lebt mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin in der Siedlung, im sogenannten Sonnenblumenhaus, das von Vietnamesen bewohnt wird. Sie glaubt, in Deutschland eine Heimat gefunden zu haben, und will auch nach der Wende bleiben. Ihr Bruder dagegen plant die Rückkehr, weil er vor dem Hintergrund der wachsenden Anfeindungen um die Zukunft seiner Familie fürchtet.

Tabor (Jakob Bieber, l.), Robbie (Joel Basmann, 2.v.l.), Stefan (Jonas Nay, Mitte), Sandro (David Schütter, 2.v.r.) und Goldhahn (Paul Gäbler, r.) treffen auf die Polizei. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath
Robbie (Joel Basmann) versucht, sich am Strand abzureagieren. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath
Die vietnamesische Vertragsarbeiterin Lien (Trang Le Hong, vorne) lässt sich von ihrer Schwägerin Thao (Mai Duong Kieu, hinten) blonde Strähnen färben. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath

Es ist der 24. August, als die Geschichten dieser Menschen zusammentreffen: Der Mob hat sich vor dem “Sonnenblumenhaus” versammelt. Auch Stefan, Robbie und die anderen sind unter den Randalierern. Die Krawalle eskalieren, und schließlich wirft einer den ersten Molotowcocktail ins Haus. Die tatenlos zuschauende Menge klatscht Beifall. Am Ende dieses Tages wird sich für viele das Leben geändert haben. Dabei eint sie alle die Sehnsucht nach einer Heimat, nach Liebe und einer Alternative im Leben; nach der Möglichkeit, den eigenen kleinen Traum vom Glücklichsein verwirklichen zu können.

Robbie (Joel Basmann, l.) hat Stefan (Jonas Nay, r.) die Jacke ihres verstorbenen Freundes Philipp übergeben, der Selbstmord begangen hat. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath

Darsteller

StefanJonas Nay
LienTrang Le Hong
MartinDevid Striesow
RobbieJoel Basman
JennieSaskia Rosendahl
GoldhahnPaul Gäbler
SandroDavid Schütter
TaborJakob Bieber
RamonaGro Swantje Kohlhof
ThaoMai Duong Kieu
und andere
Sandro (David Schütter, r.) ermahnt Stefan (Jonas Nay, M.) die Jacke des verstorbenen Philipp mit Stolz zu tragen. Goldhahn (Paul Gäbler, l.) hört zu. / Foto: ZDF und Yoshi Heimrath

Sendetermin

Montag, 8. Februar 2021, 00:20 Uhr, ZDF

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Leroy

Der Berliner Schüler Leroy (Alain Morel) erlebt mit Eva (Anna Hausburg) seine erste Liebe. / Foto: ZDF und David Baltzer

Leroy ist 17 Jahre alt, deutsch – und schwarz. Das einzig “Coole” an dem Cello spielenden Berliner Musterschüler ist sein Afro. Als sich die süße Eva in ihn verguckt, wird es kompliziert.

Der afrodeutsche Schüler Leroy (Alain Morel) erlebt seine erste Liebe. / Foto: ZDF und David Baltzer/ZENIT

Evas Familie ist ziemlich rechts, ihre fünf glatzköpfigen Brüder wollen sich Leroy vornehmen. Doch Leroy kämpft um seine Liebe, trommelt seine Freunde zusammen und lässt die Black-Power-Bewegung wieder aufleben, getreu dem Motto: “Werdet funky statt fascho!”

Leroy (Alain Morel, 2.v.l.) legt sich mit Evas kurzhaarigen Brüdern an. Der größte von ihnen ist Hanno (Paul Maaß, 2.v.r.). / Foto: ZDF und David Baltzer

Armin Völckers balanciert in seinem Kinodebüt “Leroy” zwischen Komödie, Satire und Farce. Er schickt seinen jungen Helden auf den Spuren des lässigen Blaxploitation-Kinos der 70er-Jahre durch den Großstadtdschungel Berlins, das Abenteuer der ersten Liebe und die Gefahren des Andersseins.

Leroy (Alain Morel, M.) und seine besten Freunde: “Halbgrieche” Dimi (Constantin von Jascheroff, r.) und Palästinenser Achmed (Arnel Taci, l.). / Foto: ZDF und David Baltzer/ZENIT

“Leroy” nimmt kein Blatt vor den Mund, ist politisch unkorrekt und beweist, dass man von Themen wie Rassismus, Gewalt und deutschen Schuldkomplexen mit Leichtigkeit und dabei kurzweilig und klug erzählen kann.

Nach der Schlacht mit dem braunen Mob: Der Berliner Schüler Leroy (Alain Morel) kämpfte erfolgreich um seine Liebe zu Eva (Anna Hausburg). / Foto: ZDF und David Baltzer

“Leroy” begründet ein neues Genre, die politische Teeniekomödie, und begegnet Intoleranz und brauner Dummheit mit hemmungslos schwarzem Humor. Den richtigen Beat bekommt Leroys Reise mit eigens für den Film produzierten Songs (afro-)deutscher Hip-Hop-Stars wie Afrob, Curse, Harris, Clueso, Denyo, Miss Platnum und zum Soundtrack beigesteuerten Songs von Seeed und Jan Delay.

Leroy (Alain Morel, l.) ist auf der Geburtstagparty seiner neuen Freundin Eva (Anna Hausburg) und trifft auf deren Ex-Freund, den Karatemeister Zoltan (Kerem Can, M.). / Foto: ZDF und David Baltzer/ZENIT

“Leroy” startete bundesweit im Kino, wurde in der politischen Jugendarbeit gegen Rechts eingesetzt und gewann mehrere Preise – unter anderem den Publikumspreis in Tokio und den Deutschen Filmpreis als Bester Jugendfilm und für die Beste Musik.

Leroy (Alain Morel, r.) und sein bester Freund Dimi (Constantin von Jascheroff, l.), selbst erklärter Halbgrieche. / Foto: ZDF und David Baltzer/ZENIT
Ein Schock für Leroy (Alain Morel, 2.v.l.): Die Familie seiner neuen Freundin Eva (Anna Hausburg, l.) ist ziemlich rechts. Evas kurzhaarige Brüder würden Leroy am liebsten an der nächsten Laterne aufknüpfen. / Foto: ZDF und David Baltzer/ZENIT

Darsteller

LeroyAlain Morel
EvaAnna Hausburg
DimitriosConstantin von Jascheroff
Leroys VaterGünther Kaufmann
Leroys MutterEva Mannschott
AchmedArnel Taci
BlaculaAfrob
HannoPaul Maaß
HorstJulius Jellinek
SiegfriedAndreas Schulz
und andere
Leroy (Alain Morel, M.) kämpft um seine Liebe, zusammen mit seinen Freunden. Black Power gegen braune Dummheit! / Foto: ZDF und David Baltzer/ZENIT

Sendetermin

Montag, 15. Februar 2021, 00:40 Uhr, ZDF

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Die Arier

Ku-Klux-Klan-Mitglied und Mo Asumang. / Foto: ZDF und Yoliswa von Dallwitz

Die afrodeutsche Filmemacherin Mo Asumang sucht nach den Ursprüngen des Arier-Begriffs und wie er bis heute von Rechtsextremen in Deutschland und den USA missbraucht wird.

Teilnehmer einer Neonazi-Demo. / Foto: ZDF und Susanna Salonen

Für ihre Recherchen besucht Mo Demonstrationen und Propaganda-Veranstaltungen der selbst ernannten Arier in Gera, Wismar und Potsdam. Sie konfrontiert Rassisten mit scheinbar arglosen Fragen, provoziert und irritiert allein durch ihre Anwesenheit.

Mo Asumang und Rober Killian (ehemaliger FBI-Undercover-Agent). / Foto: ZDF und Yoliswa von Dallwitz

Sie forscht in Archiven und reist schließlich in den Iran, wo alte Inschriften den Ursprung des Arier-Begriffs bezeugen und ihm eine ganz andere Bedeutung geben.

Mo Asumang und Esther Bejarano (Auschwitz-Überlebende). / Foto: ZDF und Susanna Salonen

In den USA, wo unzählige Morde durch “Aryan Hategroups” verübt werden, trifft sie sich mit Mitgliedern des Ku-Klux-Klans und dem berüchtigten Rassisten Tom Metzger, dem Gründer der “White Aryan Resistance”.

Chris (Neonazi-Aussteiger) und Mo Asumang. Foto: ZDF und Susanna Salonen

In Deutschland begleitet sie einen Aussteiger aus der Neonazi-Szene. Mo Asumang wurde für ihren Film unter anderem mit dem Metropolis-Regie-Preis und der Goldenen Magnolie beim Shanghai TVFilm Festival ausgezeichnet.

Mo Asumang mit arischen Frauen in Abiyaneh, Iran. / Foto: ZDF und S. Naumann

Sendetermin

Montag, 22. Februar 2021, 00:15 Uhr, ZDF

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Kriegerin

Alina Levshin spielt die junge Marisa. / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

Jung, weiblich, rechtsradikal. Marisa ist Teil einer Jugendclique der rechtsextremen Szene in einer ostdeutschen Kleinstadt.

Svenja (Jella Haase ), Marisa (Alina Levshin). / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

Auf ihrer Schulter hat sie “Skingirl” tätowiert, vorne ein Hakenkreuz. Marisa schlägt zu, wenn ihr jemand dumm kommt. Sie hasst Ausländer, Politiker, den Kapitalismus und die Polizei. In Marisas Augen sind sie alle schuld.

Sayed Ahmad Wasil Mrowat spielt Rasul. / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

Schuld daran, dass ihr Freund im Knast sitzt und alles um sie herum den Bach runtergeht: ihr Leben, ihre Stadt, das Land und die ganze Welt.

Alina Levshin in der Rolle der Marisa. / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

In diesem Sommer wird sich alles ändern. Erst bekommt Marisa Konkurrenz von der 15-jährigen Svenja, die neu in der Clique ist und Marisa gehörig auf die Nerven geht. Dann gerät sie mit zwei jungen Asylbewerbern aneinander, die in der Provinz gestrandet sind. Der Streit eskaliert, Marisa ist nicht zu bremsen.

Marisa (Alina Levshin) mit ihrer Mutter (Rosa Enskat). / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

Damit löst sie eine Kette von Ereignissen aus, die alles auf den Kopf stellt. Während Svenja immer tiefer in die rechte Szene rutscht, gerät Marisas Weltbild ins Wanken. Sie beginnt sich zu verändern, doch der Weg heraus aus der Szene wird härter, als sie ahnt.

Jella Haase in der Rolle der Svenja. / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

Der Film ist eine schonungslose Milieustudie. Er zeigt die Gewalt, aber auch die Verführungskraft der rechten Jugendkultur.

Alina Levshin in der Rolle der Marisa. / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

“Kriegerin” erhielt 2011 den FIRST STEPS-Award in der Kategorie “Abendfüllender Spielfilm” und beim Deutschen Filmpreis 2012 die Auszeichnungen “Bester Spielfilm in Bronze”, “Bestes Drehbuch” und “Beste darstellerische Leistung” für Alina Levshin. Die Hauptdarstellerin erhielt für ihre Rolle unter anderem den Bambi.

Marisa (Alina Levshin) duldet Svenja (Jella Haase) zunächst nicht in der Neonazi-Gruppe. / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

Darsteller

MarisaAlina Levshin
SvenjaJella Haase
RasulSayed Ahmad Wasil Mrowat
AndreaWinni Böwe
SandroGerdy Zint
OliverUwe Preuss
BeaRosa Enskat
Großvater FranzKlaus Manchen
und andere
Sandro (Gerdy Zint) und Marisa (Alina Levshin). / Foto: ZDF und Alexander Janetzko

Sendetermin

Montag, 1. März 2021, 00:30 Uhr, ZDF

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