31. März 2020

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TV-Tipp: “Hassjünger. Wir waren Extremisten” erzählt die Geschichte zweier Aussteiger

Ex Neo-Nazi Felix Benneckenstein in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald - einem der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. © SWR, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung bei Nennung "Bild: SWR" (S2). SWR-Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden, Tel: 07221/929-22202, foto@swr.de Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7169 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/SWR - Südwestrundfunk"

Stuttgart/Ganderkesee (ots/fs) – In einer komplexen Welt fallen einfache Antworten auf fruchtbaren Boden. Pegida, Salafisten, Reichsbürger, IS-Anhänger, Neo-Nazis, die Identitären, “die wahre Religion” – sie haben eines gemeinsam: ein Dogma, das Andersdenkende abwertet und die eigene Ideologie zur absoluten Wahrheit erhebt.

Die Regisseure Julia Knopp und Maximilian Damm erzählen im Dokumentarfilm “Hassjünger. Wir waren Extremisten” die Geschichte zweier Aussteiger: Ein Ex-Salafist und ein Ex-Neo-Nazi stellen sich ihrer Vergangenheit. Zu sehen ist die 60-minütige SWR Koproduktion in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 22. November 2019 um 0:45 Uhr im SWR Fernsehen und ab 20. November 2019 um 16 Uhr in der ARD Mediathek.

Warum werden Menschen radikal?

Der Film begleitet die zwei Aussteiger Dominic Schmitz und Felix Benneckenstein (Titelbild). Beide waren jahrelang Anhänger einer Ideologie und mischten in den jeweiligen Szenen ganz oben mit: Felix Benneckenstein war überzeugter Neo-Nazi, Dominic Schmitz radikaler Salafist. Sie haben sich aufgegeben, um in einer Ideologie eine vermeintliche Identität zu finden. In völlig unterschiedlichen Gruppierungen und doch ähnlich in der Biographie. Anhand ihrer Erfahrungsberichte stellt der Film die Frage: Warum werden Menschen radikal? Und: Wie entsteht Hass? Was ist so anziehend an extremistischen Weltbildern? Und wie wird man zum Extremisten?

Ex-Salafist Dominic Schmitz wird am historischen Breitscheidplatz in Berlin mit seiner Vergangenheit konfrontiert. / Bild: “obs/SWR – Südwestrundfunk”

Drohungen der alten Kameraden und Brüder

Beide Protagonisten kamen nach Jahren, in denen sie in den Szenen aktiv waren, ins Grübeln: die wachsende Aggressivität und Gewaltbereitschaft der Salafisten einerseits, die verworrene Argumentation des Holocaust-Revisionismus andererseits ließen sie ihre Weltanschauungen hinterfragen. Ein Prozess der Distanzierung setzte ein und 2010 stiegen beide endgültig aus den Gruppierungen aus – mit allen Konsequenzen. Der Film beschreibt den Weg beider Protagonisten in die Szenen bis hin zu ihrem Ausstieg. Da erwartete sie ein persönliches und soziales Loch: keine Freunde mehr, das Verhältnis zur Familie, die sie über Jahre vor den Kopf gestoßen hatten, zerrüttet, beide ohne Job. Dazu die Drohungen der alten Kameraden und Brüder. Beide werden bis heute bedroht. Sie halten ihren Wohnort geheim und bewegen sich nur unter äußerster Vorsicht in der Öffentlichkeit. Zeitweise standen sie unter Personenschutz.

“Hassjünger” ist der Diplomfilm der Regisseure Julia Knopp und Maximilian Damm – entstanden an der Filmakademie Baden-Württemberg in Koproduktion mit dem SWR. Nach einer erfolgreichen Festivaltour, unter anderem beim SWR Doku Festival, der Filmschau Baden-Württemberg, dem Kasseler Dokfest und auf dem Internationalen Human Rights Festival in Berlin, wird der Dokumentarfilm am 22. November 2019 um 00:45 Uhr im SWR erstmals im Fernsehen gezeigt und ist ab 20. November 2019 um 16 Uhr in der ARD Mediathek zu sehen.

Titelbild: obs/SWR – Südwestrundfunk

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