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Migration & Flucht

Überschwemmungen und Kälte in Nordsyrien bedrohen geflüchtete Kinder

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – Überschwemmungen und sinkende Temperaturen in Nordsyrien bedrohen zehntausende geflüchtete Kinder und ihre Familien. Mehr als 230.000 Kinder sind derzeit extremen Wetterbedingungen ausgesetzt, was ihre Gesundheit in den ohnehin prekären Lebensbedingungen zusätzlich gefährdet. Im Nordwesten Syriens wurden durch Überschwemmungen insgesamt 500 Zelte in Flüchtlingslagern zerstört, zahlreiche weitere Zelte sind unbewohnbar. Bei winterlichen Temperaturen müssen sich ihre Bewohner zum wiederholten Mal eine neue Unterkunft suchen.

Das Lager ist verdreckt und verschlammt. Und doch ist es auch der Platz an dem die Kinder leben und spielen müssen. / Bild: Save the Children

Auch in diesem Winter sind tausende Kinder in Nordsyrien in Gefahr. Wir wissen aus den vergangenen Wintern, wie sehr vor allem die jüngsten Kinder unter der Kälte leiden. Überall in Nordsyrien leben tausende von Familien in Zelten, halbfertigen Gebäuden und Sammelunterkünften. Sie haben keinen Strom und kein sauberes Wasser. Die Unterkünfte bieten kaum Schutz und sind nicht dafür geeignet, sich von den Kriegserlebnissen zu erholen. Wir fordern die Konfliktparteien auf, den Zugang für humanitäre Hilfe zu erleichtern und auf ein dauerhaftes Ende der Gewalt hinzuarbeiten, um die Kinder vor weiterem Leid zu bewahren.

Sonia Khush, Leiterin der Nothilfeeinsätze von Save the Children in Syrien
Eines der noch wenigen intakten Zelte im Lager. In dieser Enge lebt, kocht und schläft diese Mutter mit ihrer 13-jährigen Tochter. Die Frage ist, wie lange hält das Zelt dem Wetter noch stand. / Bild: Save the Children

Im Nordosten Syriens leben derzeit mehr als 75.000 Flüchtlinge, darunter mehr als 31.000 Kinder, in überfüllten Lagern und fast 100 Unterkünften in den Gouvernoraten Al Hasakeh und Ar Raqqa. Die meisten Unterkünfte sind Schulen, einige davon haben keinen Strom. Das völlig überfüllte Lager Areesha wird im Winter regelmäßig überschwemmt. Das Elend der Familien, von denen viele schon mehrfach fliehen mussten, wird dadurch weiter verschlimmert und die Versorgung der Menschen erschwert.

Im Nordwesten Syriens flohen 2019 rund 200.000 Kinder vor Kämpfen und Luftangriffen. In Idlib wurde eine von Save the Children unterstützte Schule nach einer Sturzflut vorübergehend geschlossen, weil das Wasser mehr als 30 Zentimeter hochstand. Die meisten Schüler sind auch nach der Wiedereröffnung der Schule nicht zum Unterricht zurückgekehrt, weil sie auch zu Hause mit den Folgen der Überschwemmungen zu kämpfen haben.

Save the Children hilft den Betroffenen in dieser Extremsituation mit der Verteilung von Hygieneprodukten, Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Die Kinderrechtsorganisation unterstützt Kinder in Syrien auch durch Bildungsangebote und psychologische Betreuung.

Titelbild: Save the Children

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