Walter Lübcke, der Neonazi-Aufmarsch von Kassel und die AfD

Bielefeld (ots) – Es ist beschämend, widerlich und scheinheilig zugleich. Nur sieben Wochen nach dem Mord an Walter Lübcke marschieren Rechtsradikale durch Kassel. Ausgerechnet dort. Sicher nicht zufällig am 75. Jahrestag des Hitler-Attentats.

Der Trick der “Die Rechte”

Ausgerechnet die, die den Hass schüren, die welche die Hinrichtung Lübckes im Internet gefeiert und weitere Morde angekündigt haben, wenden sich nach deren Angaben gegen “Pressehetze und Verbotsirrsinn”. Ein Trick, damit die Demonstration nicht verboten werden konnte.

Die Partei “Die Rechte” wehrt sich damit gegen die in ihren Augen gezielte politische Instrumentalisierung des Mordes an dem CDU-Politiker.

Über 10.000 zeigen das Deutschland mit Haltung

Man möchte schreien. Umso wichtiger, dass viele Menschen eine Haltung haben und diese auch zeigen. 10.000 Menschen in Kassel und Umgebung sind empört, aber friedlich auf die Straße gegangen. Ihre Botschaft: Der Mord an Walter Lübcke war eben keine Ausnahme eines Einzeltäters. Vereinzelte Demonstrationen wie die in Kassel oder auch in Halle in Sachsen-Anhalt an diesem Wochenende sind eben keine Veranstaltungen von irgendwelchen “verstrahlten” Randgruppen.

Walter Lübcke und die Mahnung

Nein, Deutschland hat ein Problem mit rechtsextremen Terror. Der Mord an Walter Lübcke muss uns mahnen. Es darf nicht erst ein Mensch sterben müssen. Nirgendwo. In Kassel hat es nicht funktioniert. Morddrohungen gegen Walter Lübcke von Rechtsextremen sind offenbar nicht so ernst genommen worden, wie es hätte sein müssen. Nun ist er tot.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat Recht, dass der politisch motivierte Mord an Walter Lübcke zeigt, wie wichtig Zivilcourage und der Kampf gegen Hass und Hetze heute nach wie vor sind. Richtig ist auch, dass der Tod Lübckes eine Zäsur ist, weil er mitten ins Herz der Demokratie ziele, wie Bundesaußenminister Heiko Maas sagt.

Und die AfD?

An ganz Deutschland, und dazu gehört auch die AfD, wendete sich Bundeskanzlerin Angela Merkel. Anlässlich des 20. Juli würden uns die Widerstandskämpfer mahnen, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus in all ihren Erscheinungsformen entschieden entgegenzutreten.

Und die AfD? Rechtsradikale haben in der Partei längst eine »Heimat« gefunden. Deren Vorsitzender Meuthen rief den rechtsnationalen »Flügel« auf, sich absolut trennscharf von jedem Extremismus abzugrenzen. Den ernstzunehmenden und auch glaubwürdigen Einsatz gegen Rechtsextreme in den eigenen Reihen bleibt die AfD weiterhin schuldig. In schlechter Erinnerung im Zusammenhang mit dem Mord von Kassel ist, dass ein AfD-Abgeordneter während des Gedenkens an den verstorbenen Walter Lübcke im bayerischen Landtag einfach sitzen geblieben ist. Das sagt alles.

Bis heute haben wir von der AfD nicht viel gehört zum Mord an Walter Lübcke. Zufall?

6 Kommentare

  1. A ls unbeteiligter aber ehemaliger Bewohner von Lohfelden habe ich erfahren das RP Lübke bei einer Bürgerversammlung in Lohfelden die Äußerung machte” Wem die Unterbringung von Flüchtlingen hier nicht passt, kann ja auswandern. (Sollte es so gewesen sein)Ist dies eine Unverschämtheit gegen seine Deutschen Mitbürger.Kann dabei nicht ein “Hitzkopf durchdrehen Wer hass säht wird Hass ernten Aber angeblich sähen ja nur AFD`ler Hass
    Nun sucht man nach Gründen Einen “Ausgerasteten” wieder einmal der AFD zu zu schreiben Mord bleibt Mord, unverzeilig Doch was hat die AFD damit zu tun?? ich kenne diesen im Grunde “zahmen” Verein. Wie diese Partei und Ihre Politiker. behandelt,verleumdet kriminalisiert wird,muß dazu führen das diese Partei für “Rechte” interessant wird.Ausgestoßene schließen sich zusammen.
    Wenn einem Europabgeordneten dieser Partei 6X die Wohnung zerstört wird,so das er umziehen muss Wenn Hab und gut dieser Leute zerstört oder Verbrannt wird steigt der Hass, Ergebnisse :steigende Kriminalität. Danke Frau Merkel für diese Entwicklung in unserem ehemals schönen Land,Der ehemaligen BRD die uns viele Jahre Ruhe Sicherheit Bürgertum bot,bis “Ihre Gäste kamen”

    1. Boah, was für eine rechte Propaganda. Da kannste Dich ja glich in eine AfD-Veranstaltung setzen. Verschwinde hier. Hilfe, Admin kann man den nicht rausschmeißen. Es fällt halt immer schwerer solche Meinungen zu ertragen.

      1. Liebe Hanna, wir haben sehr lange damit gerungen, ob wir diesen Kommentar zulassen oder nicht. Warum wir uns dafür entschieden haben? Wir Demokraten sprechen immer wieder von der Meinungsfreiheit, die es zu schützen gilt. Wir sollten hier nicht damit anfangen und diese beschneiden.

        Ja leider muss man auch solche Meinungen ertragen. Doch so lange es Menschen wie Dich gibt, die für unsere demokratischen Grundwerte einstehen, können wir dieses gemeinsam auch besser ertragen.

        Liebe Grüße Frank Schurgast

        1. Danke für diesen Kommentar. Ja wir müssen es ertragen. So schwer es auch fällt. Jedoch wie man hier auch immer wieder sieht, gibt es mehr gute wie schlechte Menschen in unserer Demokratie 😉 Das macht doch auch Mut, oder?

    2. Ah, schau mal her, ein Parteisoldat der AfürDumme. Ganz schnell die Opferrolle ausgesprochen. Fleissig mein Freund. Wirst sicherlich Karriere in diesem braunen Dreckshaufen machen.

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