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AfD Gegen Rechte und Nazis

“Wir zeigen, ihr seid nicht allein”

Am 2. Januar 2018 eröffnete die SPD in Ludwigshafen ein Quartierbüro in der sogenannten Gartenstadt. Das Ziel: Mit Nachbarschaftshilfe und Präsenz vor Ort Wähler zurückgewinnen. Denn mittlerweile ist die Gartenstadt eine AfD-Hochburg. Das Projekt wird gut angenommen, es gibt aber auch Kritik.

„Also, drei Tische sind prima.“

Inge, Klaus und Lorena richten die lange Frühstückstafel her, mit Brötchen und Brezeln, Fleischwurst und Marmelade. Durchs Schaufenster des ehemaligen Schlecker-Drogeriemarktes sieht das einladend aus. Soll es auch. Immer wieder öffnet sich die Glastür zum Quartierbüro, neue Helfer, neue Gäste kommen, Altersspanne zwischen 30 und 90. Genosse oder nicht – man duzt sich. Inge rückt die Messer zurecht. Das Besteck blinkt, es zu polieren, lässt sie sich nicht nehmen.

„Es macht mir sehr viel Spaß mit den Leuten hier, und es bringt mir auch was, es gibt mir was.“

Ich werde hier gebraucht, sagt die Siebzigjährige schlicht.

Auf der Grenze zwischen zwei Stimmbezirken

Klaus Beißel, Leiter des Quartierbüros, ist stolz auf die neue Genossin. Der gelernte Kfz-Mechatroniker hat soeben den Master-Abschluss Politologie gemacht. Als Anpacker mit wissenschaftlichem Fokus auf Rechtspopulismus und die AfD ist er wohl der Richtige an diesem Ort.

Wir sitzen hier direkt auf der Grenze zwischen zwei Stimmbezirken, und da hatten wir halt bei der Landtagswahl die berühmten 38 und 39 Prozent AfD-Wahl rundherum.


Klaus Beißel, Leiter des Quartierbüros

„Wir zeigen, ihr seid nicht allein“

Weit vor der SPD, im Jahr 2016. Läden und Vereine machen hier dicht, zivilgesellschaftliches Engagement bröckelt. Oft gehe es darum, so Klaus Beißel, „dass die Menschen frustriert sind, sich von der Politik ein Stückweit allein gelassen fühlen. Das Quartierbüro ist darauf natürlich eine direkte Antwort, weil wir zeigen, ihr seid nicht allein. Auch wenn ihr frustriert seid, hier könnt ihr mit uns darüber reden, was für Probleme ihr habt, was ihr meint, was sich ändern müsste. Damit bieten wir natürlich eine direkte Antwort auf die Gründe für die Erstarkung der AfD hier im Viertel.“

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